/ Anstoß - Gedanken zum Tag
Zweideutig!
Gedanken von Jens Kilian zum Bibeltext Offenbarung 2,11.
Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt! Wer überwindet, dem soll kein Leid geschehen von dem zweiten Tode.
Manche Begriffe können sehr unterschiedlich verstanden und interpretiert werden. Die Mutter sagt zu ihrem Kind: „Hörst du?“. Der Nachwuchs antwortet: „Klar!“ Zumindest akustisch hat das Kind alles gehört. Dass die Mutter nicht nur nach Akustik, sondern auch nach Gehorsam fragt, wird dabei schon mal gerne überhört.
Johannes erhält auf der Insel Patmos Botschaften von Gott, die er an christliche Gemeinden weitergeben soll. Höchst wahrscheinlich hatten die meisten Empfänger der Nachricht zwei Ohren. Trotzdem betont Johannes: Wer Ohren hat, soll hören, was Gottes Geist den Gemeinden sagt. Die neutestamentlichen Gemeinden sind genauso wie ich heute aufgefordert, Gottes Wort nicht nur mit den Ohren zu hören, sondern es ins Herz zu lassen und ihm gehorsam zu sein.
Die Bibel kennt aber auch für den Begriff Tod unterschiedliche Bedeutungen. Sie spricht von einem ersten und einem zweiten Tod. Und dabei geht es nicht um seltsame Zombie-Filme. Tod ist das Gegenteil von Leben. Wer im Glauben an Jesus stirbt, hat selbst nach dem Tod noch Leben bei Gott, das ihm niemand wegnehmen kann: das ewige Leben. Wo Gott ist, ist das Leben, wo Gott nicht ist, ist der Tod. Der zweite Tod ist das Getrenntsein von Gott in der Ewigkeit.
Und so setzt Johannes im Buch der Offenbarung seinen Satz fort mit den Worten: Wer durchhält und den Sieg erringt, dem wird der zweite, der ewige Tod nichts anhaben können. Es fällt auf, dass Johannes davon spricht, den Sieg zu erringen. Ja, der Glaube ist ein Kampf. Das vergessen wir manchmal, wenn es uns gut geht. Aber wenn am Ende dieses Kampfes das ewige Leben und der Himmel steht, dann lohnt es sich tatsächlich, diese Botschaft nicht zum einen Ohr hinein und zum anderen wieder hinaus gehen zu lassen, sondern ihr gehorsam zu sein und diesen Kampf anzunehmen.
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