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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Fester Halt im Chaos

Andreas Odrich über Psalm 119,18

Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz.

Psalm 119,18

Gier, Lüge, Gewalt, falsche Obrigkeiten. Die Welt des Alten Testaments vor rund 3000 Jahren ist wahrlich kein gemütlicher Ort.
 
Und so findet sich mitten in der Bibel ein Manifest. Psalm 119, literarischer Markstein, Anker zwischen 149 weiteren Psalmgebeten. 
 
Man ist sich nicht sicher, aber möglicherweise ist es König David, der hier betet. Er muss es wissen. David ist selbst Teil dieser zerrissenen Welt, mal Opfer, mal Täter.
 
In Psalm 119 ruft er nach den guten Geboten Gottes, nach heilsamen Maßstäben, nach Befreiung von Willkür und menschlichem Unvermögen. "Öffne mir die Augen, dass ich sehe die Wunder an deinem Gesetz", fleht er. Gott soll und muss Orientierung schenken - schon von Jugend auf.
 
Tausend Jahre später reagiert Gott auf diesen Hilferuf, und sendet seinen Sohn Jesus Christus. Der verkörpert und lebt, was Psalm 119 herbeisehnt: Zuwendung, Milde, Gerechtigkeit, statt Hass Liebe, statt Unterdrückertum Gnade und Erbarmen.
 
Die Weisheit, nach der David oder ein anderer sich gesehnt hat, ist nun zum Greifen nah: Jesus Christus. Der heutige Epiphaniastag, der sogenannte Tag der Erscheinung des Herrn, lädt dazu ein, sich nach Jesus Christus auszustrecken. Ich kann mich in einer Welt, die immer noch geprägt ist von Gier, Lüge und Gewalt, an ihm orientieren und mein Leben an ihm ausrichten. Gott hat Psalm 119 erhört.
 
 

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