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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Frustkiller Gebet

Andreas Odrich über Psalm 12,7.

Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.

Psalm 12,7

„Heilige gibt es nur noch ganz wenige. Alle lügen und betrügen. Alle heucheln und reden mit gespaltenem Herzen.“ König David hat genug von den Menschen. Und so knallt er diese Worte aufs Papyrus.

Davids Worte sind 3.000 Jahre alt und stehen in Psalm 12. Die ganze Gemeinde soll diesen Psalm beten, auch heute noch in unseren Gottesdiensten. Ich denke mir: Hoffentlich schreit diese Botschaft auch wirklich mal jemand hemmungslos hinaus. Kirche als Ort zum Frust ablassen - das wäre doch was.

Doch dann kommt das Kontrastprogramm. David lässt einen anderen Teil der Gemeinde antworten: „Die Worte des Herrn sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, siebenmal.“

Diese Antwort soll die Menschen aus ihrem Frust herausholen. Die Antwort sagt: neben all dem Groll steht Gott, der ganz anders ist. Gott, der uns mit seinem Wort guttun, aufrichten und stärken will.

Kann ich durch diese Aussage meinen Frust hinter mir lassen? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Aber fest steht: Gott bietet eine andere Wirklichkeit, und von der haben sich Menschen immer wieder aufbauen und aufrichten lassen. Sich darauf einzulassen, das ist doch zumindest einen Versuch wert.

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