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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Hauptsache gesund?

Markus Baum über Matthäus 15,31.

Das Volk verwunderte sich, als sie sahen, dass die Stummen redeten, die Verkrüppelten gesund waren, die Lahmen gingen und die Blinden sahen; und sie priesen den Gott Israels.

Matthäus 15,31

Es gibt heutzutage Tausende ausgewiesene und ebenso viele selbsternannte Jesus-Experten, deren Ansichten über Jesus extrem weit auseinander gehen. Aber in einem sind sich fast alle Jesusforscher einig: Jesus hat tatsächlich Menschen geheilt. Wobei er ein sehr untypischer Heiler war.

Er hat aus seinen offenkundig wirksamen Heilkräften kein einträgliches Geschäft gemacht. Er wollte auch nicht einfach Körper und Geist in Balance bringen. Jesus hat immer den größeren Zusammenhang hergestellt. Schon klar: körperliche Gesundheit bedeutet ein gehöriges Stück Lebensqualität, erhöht die Möglichkeiten, etwas aus dem eigenen Leben zu machen. Aber die Seele sollte dabei schon mitkommen. Und wenn die Seele auf der Strecke bleibt, ist der oder die Betroffene auch nicht wirklich gesund.

Im Matthäusevangelium Kapitel 15 wird berichtet, dass die Menschen in der Heimat von Jesus, in Galiläa, viele Kranke zu Jesus brachten – und er machte auch viele gesund. Zitat: Die Menschen staunten, was sie da sahen: Die Stummen redeten, die Verkrüppelten wurden gesund, die Gelähmten konnten gehen und die Blinden sehen. Deshalb lobten sie den Gott Israels.

Der Nachsatz ist entscheidend. Jesus hat sich um das Heil der Menschen gekümmert. Heil im umfassenden Sinn. Und körperliche Defekte und Depressionen stören da schon. Aber körperliche und geistige Gesundheit ist nicht alles, und noch nicht mal das Wichtigste. „Hauptsache gesund" – einen solchen Claim hätte Jesus niemals unterschrieben. Sein Ziel waren und sind heile, beziehungsfähige Menschen, heile und pulsierende Herzen. Zum Lob und zur Ehre Gottes.

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Kommentare (2)

Leo /

... und vom Dogmatismus freie Menschen; die "SchriftGelehrten" waren wohl nicht seine besten Freunde.

Regina Z. /

Sehr geehrter Herr Baum
Mir fällt auf, wie oft gesagt wird: "das Wichtigste ist die Gesundheit." Mein Kranksein hat mir viele Erkenntnisse geschenkt, die ich nicht mehr müssen möchte.
Für Ihren Anstoss ganz herzlichen Dank !