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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Mehr als Almosen

Horst Kretschi über 5. Mose 15,10.

Sondern du sollst ihm geben, und dein Herz soll sich’s nicht verdrießen lassen, dass du ihm gibst; denn dafür wird dich der HERR, dein Gott, segnen in allen deinen Werken und in allem, was du unternimmst.

5. Mose 15,10

In Deutschland gibt es immer mehr arme Menschen. Zu diesem Ergebnis kommen mehrere Organisationen und Institute. So schreibt der Paritätische Wohlfahrtsverband in seinem letzten Armutsbericht für das Jahr 2021, dass 13,8 Millionen Menschen hierzulande zu den Armen gerechnet werden müssen, 600.000 mehr als noch 2019. Also gehen Appelle an die Politik, diese Situation zu ändern. Zum Beispiel durch eine Erhöhung der Grundsicherung, des Wohngelds oder auch des BAföG.

Kleiner Zeitsprung: rund dreitausend Jahre zurück in der Geschichte. Armut ist damals beim Volk Israel auch ein Thema. Es gibt aber weder Grundsicherung noch Wohngeld oder BAföG, einen Paritätischen Wohlfahrtsverband und einen Staat gibt es auch noch nicht. Aber es gibt einen Gott, der den Menschen in seinem auserwählten Volk klare Regeln mit auf den Weg gibt. Festgehalten unter anderem im 5. Buch Mose in der Bibel. In Kapitel 15 geht es um Maßnahmen gegen die Armut. Und da schreibt Gott den Menschen folgendes ins Stammbuch: „Seid nicht geizig! Verweigert den Armen aus eurem Volk nicht die nötige Hilfe! […] Gebt ihnen gern, was sie brauchen, ohne jeden Widerwillen.“ (5. Mose 15,10 / HfA) 

Sich um die Armen zu kümmern, soll kein lästiges Übel sein, sondern ist eine selbstverständliche Aufgabe, auf der aber auch eine Verheißung liegt. Denn weiter im Text heißt es: „Dafür wird euch der HERR, euer Gott, bei all eurer Arbeit segnen und euch Gelingen schenken.“ Auch, wenn die Versorgung der Armen heute eine staatliche Aufgabe ist, so nimmt mich das nicht aus der Pflicht, das meinige dazu zu tun, damit die Armen nicht durchs Raster fallen. Und da, wo es mir möglich ist, sollte ich aktiv werden, um Armut zu bekämpfen.

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