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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

In den Ohren liegen

Tobias Schier über Jesaja 62, 6.

O Jerusalem, ich habe Wächter über deine Mauern bestellt, die den ganzen Tag und die ganze Nacht nicht mehr schweigen sollen.

Jesaja 62,6

Es gab eine Zeit, in der die Stadt Jerusalem in Trümmern lag. Eine Stadt wie eine Steinwüste. Ca. 550 Jahre vor Christus stand ein Prophet in diesen Trümmern und erzählte von einer glorreichen Zukunft, in der Gott diese Stadt wieder aufbauen würde. Er erzählte von Jerusalem als der einen auserwählten Stadt. Die Leute um ihn herum müssen ihn wohl für verrückt erklärt haben. Die Realität sah so ganz anders aus.

Die Antwort des Propheten auf solche Zweifel findet sich im Buch Jesaja Kapitel 62. Sie lautet: „Ich habe Wächter auf deine Mauern gestellt, Jerusalem! Weder bei Tag noch bei Nacht soll ihr Ruf verstummen. Ihr Wächter seid dazu bestimmt, den Herrn an Jerusalem zu erinnern! Ihr dürft euch keine Ruhe gönnen, und ihr dürft Gott keine Ruhe lassen, bis er Jerusalem wiederhergestellt hat.“

Ich will hier nicht über unsere Welt reden und wie sie heute aussieht. Ich will über mich nachdenken, über meine Welt, in mir drin. Wie sieht die aus? Da gibt es sicher Bereiche, die in Trümmern liegen. Da sind Orte, die alles andere als glorreich aussehen. Ich sehe Ecken, die kein anderer sieht. Und ich muss eine Entscheidung treffen. Lasse ich mich vom Anblick lähmen und entmutigen oder fange ich an zu rufen, wie die Wächter? Wenn ich zwischen den Trümmern stehe, möchte ich zu dem Einen rufen, der sie mit mir wegschaffen kann. Ich möchte zu dem schreien, der mein Leben wieder aufbauen kann.  Ich werde ihm in den Ohren liegen – ihn und mich an das erinnern, was er mir zugesagt hat. An seine Nähe, seine Hilfe.

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