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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

In Gottes Namen

Markus Baum über 1. Samuel 3,19.

Der HERR war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.

1. Samuel 3,19

Einer der dunkelsten Momente der Kirchengeschichte war der 27. September des Jahres 1095, als Papst Urban II. mit den Worten „Deus lo vult“ zum ersten Kreuzzug aufgerufen hat. Weil Gott angeblich genau das wollte, dass die Heiligen Stätten der Christenheit aus den Händen der Muslime befreit werden. Viele ehrenhafte Leute haben sich diese Sache zu eigen gemacht. Aber auch tausende verarmte Ritter haben sich auf den Kreuzzug begeben in der Hoffnung auf Ruhm und Reichtümer. Außerdem jede Menge Strauchdiebe, verrohte und mordlüsterne Menschen. Und das alles mit kirchlichem Segen.

Angeblich in Gottes Namen, aufgestachelt durch falsche, selbstherrliche Propheten, sind schon viele unsägliche Dinge geschehen. Leider. Darüber kann leicht aus dem Blick geraten, dass es durchaus echte Prophetinnen und Propheten gibt; Menschen mit einer lebendigen Beziehung zu Gott und mit einer Antenne für das, was Gott will.

Von Samuel, einem der frühen Propheten Israels, heißt es: „Gott war mit Samuel und ließ keines von allen seinen Worten zur Erde fallen.“ Wahrhaft prophetische Menschen vertreten vielleicht auch ihre persönliche Meinung, vor allem aber vertreten sie Gottes Sicht der Dinge. Und das bestätigt Gott dann auch. Einer wie Samuel konnte überhaupt nur deshalb im Namen Gottes reden, weil er sich an Gott gehalten und auf das gestützt hat, was Gott ihm anvertraut hat.

Wer im Namen Gottes auftritt, hat eine hohe Verantwortung. Leichtfertig sollte niemand Gott für sich reklamieren. Aber jede und jeder kann Gott fragen und bitten, die eigene Haltung und Sicht entweder zu bestätigen oder zu korrigieren.

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