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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Aufeinander achtgeben

Markus Baum über Hebräer 3,12-13.

Gebt acht, liebe Brüder und Schwestern, dass in keinem von euch ein böses, ungläubiges Herz sei und niemand abfalle vom lebendigen Gott, sondern redet einander zu Tag für Tag.

Hebräer 3,12–13

Wer hätte gedacht, dass der Alte Fritz mit seinen freigeistigen Sprüchen noch 235 Jahre nach seinem Ableben in die Gegenwart hineinwirkt? „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“ – das ist eine der wirkmächtigsten Parolen des Preußenkönigs Friedrich II.. Auch wenn er im Geschichtsunterricht allenfalls noch eine Randfigur ist – zumindest seine Haltung in Sachen Religionsfreiheit und Toleranz wirkt sich bis heute aus. Die meisten Menschen unserer Tage haben freilich nur eine Sparversion dieser Haltung verinnerlicht. Nämlich die Kurzfassung „Lass mich in Ruhe, dann lass ich dich in Ruhe.“

Trotzdem gibt es in unserer Gesellschaft jede Menge soziale Kontrolle, nicht nur in kleinen Dörfern oder in den selten gewordenen Großfamilien. Auch in Vereinen und religiösen Versammlungen, wie es christliche Gemeinden sind. Wir Menschen haben und nutzen allesamt die Freiheit, dass wir uns in größtenteils selsbstgewählte Gruppen eingliedern. Und dort den Eigensinn gemeinsamen, oft höheren Zielen unterordnen. 

Im Hebräerbrief ziemlich am Ende des Neuen Testaments findet sich ein Appell, gerichtet an die ersten christlichen Gemeinden: Gebt acht, Brüder und Schwestern, dass niemand von euch ein böses und ungläubiges Herz hat –und sich so von dem lebendigen Gott abwendet! Ihr sollt euch vielmehr jeden Tag gegenseitig ermahnen. Aufeinander achten und einander helfen, damit keiner und keine strauchelt oder auf der Strecke bleibt. Nicht petzen oder terrorisieren – aber zusammenhalten. In Kombination mit Gottvertrauen ist das ein zukunftsweisender Rat, auch wenn er so gar nicht nach den Weisheiten des Alten Fritz klingt. 

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