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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Gott im Wartezimmer?

Steffen Brack über Jesaja 30,18.

Der HERR harrt darauf, dass er euch gnädig sei.

Jesaja 30,18

Im Wartezimmer beim Arzt, in der Schlange vor dem Bäckerladen, auf dem Bahnhof, am Flughafen, an der Ampel, im Stau oder vor dem Computer: ein Mensch wartet in seinem Leben etwa 374 Tage. Das ist mehr als ein Jahr.

Gott wartet auch. Vor 2.700 Jahren spricht Gott durch einen seiner Propheten, durch Jesaja: „Gott wartet darauf, dass er euch gnädig ist.“ Gott wendet sich hier an sein Volk Israel. Die Lage im Land ist besorgniserregend. Die Zeichen stehen auf Untergang. Das neue Großreich Assur hat längst das einst blühende Königreich besetzt. Und von den größeren Städten ist nur eine noch nicht gefallen: Jerusalem. Einsam und verlassen steht die Hauptstadt da, „wie eine Gartenhütte im Gurkenfeld.“ (Jes1,8). Aber Israel sucht in dieser bedrohlichen Krise seine Hilfe nicht bei dem lebendigen Gott. Sondern bei selbstgemachten Göttern. Und in zweifelhaften militärischen Bündnissen. Und dahinein spricht Gott: Ich warte darauf, dass ich euch gnädig bin.

Gott im Wartezimmer! Das überrascht mich. Der Schöpfer des ganzen Universums wartet auf sein Volk. Und genauso auf mich – und auf Sie. Er wartet darauf, dass ich ihn suche, wieder nach ihm frage, ihn um Hilfe bitte. Darauf wartet er. Denn er will mir gnädig sein. Nichts will er lieber. Er will mich annehmen. Mir helfen. - Aber er zwingt mir nichts auf. Und deshalb wartet er – auf Sie und auf mich.

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Kommentare

Barbara E. /

Guten Morgen, lieber Herr Brack,
wie gut Sie das erklärt haben, danke vielmals!

Regina /

Sehr schön, dieser Beitrag. Herzlichen Dank dafür!