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/ Anstoß - Gedanken zum Tag

Beziehung statt Sicherheit

Joachim Bär über Johannes 14,8-9.

Philippus spricht: Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns. Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater.

Johannes 14,8–9

Mal angenommen, wir könnten beweisen, dass es Gott gibt. Mal angenommen, wir wären uns sicher, dass da jemand ist, der uns gewollt hat, uns von Herzen liebt, jemand, der nach diesem Leben mit offenen Armen auf uns wartet. Würde das nicht unser Leben auf gute Weise auf den Kopf stellen und große Fragen des Lebens beantworten?

Dieser Wunsch, Gott sicher zu kennen, ist nicht neu. Philippus, ein Schüler von Jesus, hat ihn vor 2.000 Jahren in die Worte gekleidet: „Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns.“, Johannes 14 Vers 8. Einmal sicher wissen, dass es diesen guten Vater gibt – und alles wäre gut.

Ich werde an dieser Stelle keinen Gottesbeweis vorlegen, auch wenn es bedenkenswerte Hinweise gibt. Interessanter ist die Antwort, die Jesus dem Philippus gibt: „So lange bin ich bei euch, und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater.“ (Johannes 14,9)

Sicherheit ist reizvoll. Auch in Bezug auf Gott. Nur lässt er sich auch heute nicht greifen, nicht sicher beweisen. Gezeigt hat er sich trotzdem. In Jesus. Davon spricht Jesus hier selbst, und es ist das Zeugnis der Evangelien, die das Leben von Jesus nachzeichnen.

Jesus - und mit ihm der christliche Glaube - zeigen also diesen Weg zu Gott: Beziehung. Verbunden mit Jesus kann ich erleben, wie Gott ist: mitfühlend und doch so klar. Voller Liebe, gerecht und heilsam.

Wenn ich es mir recht überlege, ist mir diese Beziehung, dieses Gegenüber lieber. Sicherheit ist nicht lebendig, sie ist abgeschlossen. Eine Beziehung macht lebendig, führt weiter und eröffnet Möglichkeiten. In dieser Beziehung will ich mich heute von Gott, dem guten Vater, überraschen lassen.

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