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Es bleibt eine Nutzen-Risiko-Abwägung

Sollen Kinder und Jugendliche sich impfen lassen?

Mehr als die Hälfte der Deutschen (vornehmlich die Erwachsenen) hat mittlerweile mindestens eine Impfdosis erhalten. Doch was ist eigentlich mit den Kindern und Jugendlichen? Viele Eltern machen sich Sorgen um den Schutz ihrer Kinder: Sollten sie eine Impfung bekommen, oder nicht? Katja Völkl hat die wichtigsten Aspekte zusammengefasst:

Der Biontech-Impfstoff ist für Kinder ab 12 Jahren von der Ständigen-Impf-Kommission (STIKO) freigegeben.

Die STIKO empfiehlt eine Impfung mit dem BionTech/Pfizer-Impfstoff für Kinder und Jugendliche zwischen 12-17 Jahren auch nur unter folgenden Bedingungen:

- mit Vorerkrankungen wie z.B. Übergewicht oder Diabetes

- wenn z.B. andere Familienmitglieder nicht geimpft werden können

- wenn Jugendliche z.B. im Kindergarten, Pflegebereich oder im Krankenhaus ein Praktikum machen, wo sie viel Kontakt zu Patienten haben

Für eine Impfung von Kindern und Jugendlichen mit diesem Impfstoff spricht, dass die Mehrheit den Impfstoff bisher gut vertragen hat. Von daher ist es möglich, dass auch Kinder und Jugendliche die Impfung gut vertragen.

Außerdem würden durch eine Impfung auch Kinder und Jugendliche vor dem Long-Covid-Syndrom geschützt. Zudem gibt es Anzeichen dafür, dass die Delta-Variante ansteckender ist.

Die Impfung würde auch die Teilhabe an Freizeit- und Entwicklungsmöglichkeiten erleichtern. Ein negativer Test reicht leider nicht immer aus. Deshalb fordern Mediziner, den Zugang zu Gemeinschaftseinrichtungen bei Kindern und Jugendlichen nicht an eine Impfung zu koppeln. Denn das kommt einer indirekten Impfpflicht gleich.

Gegen eine Impfung spricht z.B., dass aufgrund der geringen Zahl an Probanden die Sicherheit mancher Impfstoffe noch nicht abschließend beurteilt werden kann. Man weiß schlichtweg noch nicht, ob bzw. wie gut Kinder und Jugendliche den Impfstoff tatsächlich vertragen und welche Dosis passt.

Außerdem gab es bei Kindern bisher nur eine sehr geringe Wahrscheinlichkeit, überhaupt schwer an Corona zu erkranken und zu sterben.

Fest steht: Auch bei Impfungen für Kinder gibt es kein Nullrisiko. Es bleibt immer eine Nutzen-Risiko-Abwägung, die zusammen mit den Eltern bzw. Sorgeberechtigten und den Kindern und Jugendlichen getroffen werden muss. Niemand darf zu einer Impfung gedrängt werden, aber es darf auch niemand davon abgehalten werden.

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Kommentare

Oli /

Danke für das ruhige sachliche Interview, die Zusammenstellung der Fakten und die persönliche Einschätzung am Ende: "Vertrauen in Stiko und ihre Experten"