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Wahn nach Perfektion

/ Wochenration / Lesezeit: ~ 2 min

Wahn nach Perfektion

Bei Gott sind Fehler erlaubt.

Hallo! Schön, dass du da bist! Ob wieder oder ganz neu.

Pünktlich zum Termin des neuen Textes hatte ich am Dienstag ein Gespräch, bei dem mir mal wieder ein Satz durch Mark und Bein gegangen ist. Mir war direkt klar: Das war jetzt notwendig. Und es traf mich ins Herz. So sehr, dass mir fast die Tränen kamen.

Der Satz war schlicht und einfach: Du weißt aber schon, dass du Fehler machen darfst, Marie?

Einfach mal machen

Wir sollen werden wie die Kinder. Kinder machen sich nicht über alles unnötige Gedanken und analysieren alles so lange, bis sie keine Fehler mehr machen. Kinder versuchen einfach. Sie testen, experimentieren, entdecken und fallen dabei eben auch öfter mal hin. Aber sie haben das Vertrauen, dass sie immer wieder zu ihren Eltern auf den Schoß kommen dürfen, egal, was passiert ist, und alles gut ist. Und so ist ja auch Gott.

Als Gottes Kinder dürfen wir so viele Dinge entdecken, wir sollen mutig sein, vorangehen, spielen, tanzen, fröhlich sein und uns dabei nicht sorgen. Nicht einmal um unsere Versorgung sollen wir uns Gedanken machen. Unser Papa sorgt für uns und er ist immer da, wenn wir mal hinfallen bei einem unserer Abenteuer.

Der Wahn nach Perfektion

Ich glaube, dass in unserer Leistungsgesellschaft Perfektion viel zu hochgehalten wird. Natürlich ist es wichtig, die Dinge, die man macht, gut zu machen und gerne auch perfekt. Aber wer sagt denn, dass nur alles Perfekte überhaupt eine Existenzberechtigung hat? Wie sollen wir denn lernen, ohne Fehler machen zu dürfen?

Kurzes Beispiel: Wie soll ich denn mit 18 (oder sogar 16) schon wissen, was ich später mal arbeiten möchte für den Rest meines Lebens, ohne die Option, bei einer falschen Abbiegung einfach umzukehren? Das ist jetzt zwar inhaltlich ein großer Sprung, aber ich finde, daran sieht man den Wahn nach Perfektion deutlich.

Die Freiheit, Fehler machen zu dürfen

Ich glaube, dass wir - gerade als Gottes Kinder - ein einmaliges Privileg haben, Fehler machen zu dürfen. Dass wir einen Papa haben, der uns bedingungslos liebt und zu dem wir immer wieder zurückkehren dürfen. Er nimmt uns an und hilft uns, beim nächsten Mal nicht den gleichen Fehler zu machen. Und von außen scheinen solche Abenteuer vielleicht unnötig, dumm oder Zeitverschwendung, aber so wie ich das sehe, sind genau das die Momente, wo man wirklich wächst.

Ich glaube, dass wir, wenn wir diese Freiheit nach außen zeigen und anderen Leuten auch einen Raum geben, in dem sie Fehler machen dürfen und wir sie dadurch nicht weniger lieben, ein Zeugnis Jesu sind.

Dieser Text von Marie Wandelt wurde ursprünglich auf keineinsamerbaum.org veröffentlicht.    

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