/ Wort zum Tag

Wer geht vor?

Joachim Seule über Apostelgeschichte 5,29.

Nachdem Gott seinen Heiligen Geist den Nachfolgern von Jesus geschenkt hatte, geschah viel Wunderbares in Jerusalem. Die Apostel predigten von Jesus Christus. Sie machten viele Menschen gesund. Sie trieben böse Geister aus.

Das erregte den Hohenpriester und alle, die mit ihm waren – die Sadduzäer. Die Sadduzäer waren eine Gemeinschaft, ähnlich wie die der Pharisäer. Sie wurden alle eifersüchtig auf die Apostel. Deshalb ließen sie sie gefangen nehmen.

Doch ein Engel des HERRN öffnete nachts die Türen des Gefängnisses und befreite die Apostel. Am nächsten Morgen standen sie wieder im Tempel und predigten.

Dann wurden sie von Truppen des Hohenpriesters vor den Hohen Rat gebracht. Dort wurden sie verhört. Der Hohepriester sagte: „Haben wir euch nicht streng geboten, in diesem Namen (Jesus Christus) zu lehren? Und seht, ihr habt Jerusalem erfüllt mit eurer Lehre und wollt das Blut dieses Menschen über uns bringen.“ (Apg. 5, 28)

Da antworteten Petrus und die Apostel: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Apg. 5,29.

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Ist das nicht ein gefährlicher Satz? Schließlich sollen Christen auch der Obrigkeit gehorchen, wie es Paulus in Römer 13 fordert. Ist das nicht ein Widerspruch? Wenn die Regierung etwas fordert, was dem Willen Gottes entgegensteht, darf ein Christ dann Nein zu einer Anordnung sagen?

Wenn die Regierung verbietet, im Namen von Jesus Christus zu reden: sollen die Christen dann schweigen? Auf keinen Fall! Das erleben doch viele Christen auf der ganzen Welt. Sei es in Nordkorea, China, Pakistan, Indien, Iran, Jemen oder in vielen anderen Ländern.

Sie werden verfolgt und sogar getötet, wenn sie von Jesus reden. Sie wissen um die Bedrohung, aber sie reden trotzdem. Wer in Jesus Christus den Heiland gefunden hat, kann nicht anders, als von ihm zu reden. Auch wenn er dadurch für andere unbequem wird. Auch wenn es der herrschenden Religion widerspricht. Die Liebe und der Gehorsam zu Jesus bewegt diese Christen.

Aber wie ist es bei uns im freien Westen? Müssen wir etwa staatliche Zwangsmaßnahmen befürchten, wenn wir von Jesus reden? Wie werden Christen wahrgenommen, die das Wort Gottes über unsere Verfassung stellen?

Wenn manche Inhalte des Wortes Gottes nicht verkündigt werden dürfen, dann gilt: Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen. Wenn ein Staat widergöttliche Handlungen von seinen Bürgern fordert, müssen Christen Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Es ist ein sehr schmaler Grat, auf dem sich Christen da bewegen. Und es gibt manchmal keine einfachen Entscheidungen.

Die Christen im Dritten Reich waren hier besonders herausgefordert. Ob ein Paul Schneider, Dietrich Bonhoeffer oder Hans und Sophie Scholl. Sie und viele andere haben ihren Widerstand gegen ein widergöttliches System mit dem Tod bezahlt. Sie mussten und wollten Gott mehr gehorchen als den Menschen.

Ich wünsche Ihnen Weisheit und Mut, wenn Sie sich entscheiden müssen, Gott mehr zu gehorchen als den Menschen.



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