/ Wort zum Tag

Wenn der Groschen fällt

Wolf-Dieter Kretschmer über Daniel 4,34.

Bibelvers

Darum lobe, ehre und preise ich, Nebukadnezar, den König des Himmels; denn all sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz einherschreitet, den kann er demütigen.

Daniel 4,34

Bei einem der ganz Großen in der Menschheitsgeschichte ist der Groschen gefallen. Und das ist in mancherlei Hinsicht bemerkenswert, denn normalerweise leiden Menschen, die es aus eigener Kraft bis nach ganz oben geschafft haben, nicht an Selbstzweifel. Im Gegenteil. Man bezeichnet diese Sorte Mensch gerne als Alphatier. Ich rede von denen, die immer vorne sind, den Ton angeben und keine Bedenken haben, Konkurrenten wegzubeißen.

Also, noch einmal, einer dieser ganz Großen hat eine alles verändernde Erkenntnis. Die Rede ist von Nebukadnezar, dem babylonischen Imperator und stolzen Herrscher über ein gigantisches Reich.

Diesem Mann gewährt Gott einen verstörenden Traum. Nebukadnezar darf einen Blick in seine unmittelbare Zukunft werfen - und was er da zu sehen bekommt, verunsichert ihn zutiefst. Gott lässt ihm durch seinen Hofbeamten, den Propheten Daniel, ausrichten: Du bist reif fürs Gericht. Deine Selbstherrlichkeit hat ein Maß erreicht, das ich nicht mehr toleriere. Ich werde dich wie einen großen Baum fällen und dich bis in den Staub erniedrigen.

Genau so kommt es. Der größenwahnsinnige Nebukadnezar dreht durch. Geistige Umnachtung überfällt den Herrscher von jetzt auf gleich. Infolgedessen stürzt er tief. Die Details werden von Daniel im Kapitel 4 seines Buchs beschrieben. An dieser Stelle nur so viel: Der mächtige Nebukadnezar ist nur noch ein Schatten seiner selbst, ein jämmerliches Häufchen Elend, zurechtgestutzt vom allmächtigen Gott.

Aber dabei bleibt es nicht. Der gerichtete und gedemütigte Nebukadnezar wendet seine Blicke zum Himmel empor. Er sucht Hilfe in seiner großen Not bei dem, der allein Hilfe geben kann, beim Gott Israels. Und tatsächlich: Gott erbarmt sich über ihn und gibt ihm eine zweite Chance.

Davon legt der vormals so selbstherrliche König Zeugnis ab. Die Bibel zitiert Nebukadnezar, der über Gott folgendes zu sagen weiß: 

All sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz einherschreitet, den kann er demütigen. Daniel 4,34

Was Nebukadnezar bekennt, sind Erfahrungen, die er durchleben musste. Gott kann jenen demütigen, der stolz einherschreitet. Auch wenn der Stolze zu seiner Zeit der mächtigste Mann auf der Erde ist.

Das Alte Testament dient Christen als ein Lehrbuch. Hier können sie lernen, wie Gott in der Geschichte handelt und können Rückschlüsse für ihr eigenes Leben und ihren Glauben ziehen. Und genau das ist für heute die Herausforderung: von Nebukadnezar zu lernen.

Drei Dinge lerne ich:

1. Hochmut kommt vor dem Fall. Die Bibel bestätigt dieses alte Sprichwort.

2. Gott gibt jedem eine zweite Chance. Wenn ich mich an Jesus Christus wende, wird Gott mich hören und sich meiner erbarmen. 

3. Wie Nebukadnezar es vorgemacht hat, soll ich anderen von dem erzählen, was ich mit Gott erlebt habe. Wie er eingegriffen und mich aus meiner Not errettet hat. Über das Gute, was ich erlebt habe, über seinen Segen, will ich Gott öffentlich loben.

 


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