/ Wort zum Tag

Wenn Ängste mich überfallen

Lothar Eisele über Johannes 16,33.

Bibelvers

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Johannes 16,33

Ich denke zurück. Nach der Grundschule schrieb ich in der Realschule die erste Englischarbeit. Gespannt wartete ich das Ergebnis ab. Eine Fünf. Ich war am Boden zerstört. So schlecht war ich noch nie gewesen. Und plötzlich war sie da, die Angst: Werde ich das alles schaffen?

Jahre später: Nach dem Wechsel der Arbeitsstelle in der öffentlichen Verwaltung. Ich bin erschlagen von der Menge der Vorschriften, die beachtet werden müssen. Plötzlich die Angst: Komme ich hier zurecht inmitten all der vielen Paragrafen?

Wieder Jahre später. Die ersten Ehejahre. Meine Frau und ich lernen uns immer besser kennen. Auch unsere Unterschiede. Spannungen bleiben erst mal nicht aus. Plötzlich die Angst: Können wir unsere unterschiedlichen Vorstellungen und Charaktereigenschaften wirklich überbrücken?

Eines habe ich gelernt. Ängste überfallen uns immer wieder – und oft kommen sie plötzlich und unerwartet. Aber im Laufe der Jahre habe ich noch etwas gelernt. Ich bin den Ängsten nicht einfach schutzlos ausgeliefert. Und das hängst mit dem Bibelwort für diese Besinnung zusammen.

Jesus spricht: In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Immer mehr habe ich gelernt, ich bin in den Angstsituationen nicht allein. Jesus Christus, der vom Tod Auferstandene, ist durch seinen Heiligen Geist bei mir und in mir. Ja, die Ängste kommen trotzdem. Aber dann kommt es darauf an: Kämpfe ich alleine gegen die angstauslösenden Situationen oder besinne ich mich, dass der in mir ist, der stärker ist als alles, was mir Angst macht.

Entscheidend ist, worauf ich innerlich blicke: Auf das, was mir Angst macht, oder auf Jesus Christus. Eine Hilfe könnte sein, dass ich die Zusage, die Jesus mir in diesem Bibelwort gibt, regelmäßig und langsam, laut oder leise, wiederhole, dass sie sich mir tief einprägt. Und das nicht nur dann, wenn ich Angst habe, sondern auch in Zeiten, in denen sich gerade nichts Bedrohliches am Horizont zeigt.

Wenn Gottes Wort in mir wohnt, dann kann es auch gerade in Zeiten der Angst, der Unsicherheit seine Macht entfalten. Dann muss ich nicht davonlaufen, dann muss ich nicht kapitulieren – dann kann ich die Situation, die mich ängstigt, immer wieder im Gebet vor Gott ausbreiten. Dann kann ich ihn bitten, dass er mir einen Weg zeigt, der weiterführt. Dann kann ich ihn bitten, dass er mir den Mut gibt, mich aktiv mit dem zu befassen, was mir Angst macht, nicht auszuweichen, sondern zusammen mit ihm zu überlegen, was für mich ein sinnvoller Schritt sein kann.

Ängste werden immer wieder kommen. Aber ich darf und will mich darauf besinnen, dass Jesus Christus bei mir und mit mir ist. Jesus darf ich bitten, dass er mir zeigt, was ich tun kann und soll im Vertrauen darauf, dass er alles in seiner guten Hand hält.



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