/ Wort zum Tag

Sind Sie ein Heiliger?

Matthias Rapsch über 3. Mose 19,2.

Bibelvers

Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.

3. Mose 19,2

Was würden Sie antworten, wenn Sie gefragt werden: „Sind sie ein Heiliger?“  Z. B. „Ich eher nicht, aber ich kenne Leute, das sind für mich Heilige.“ Und dann würden Ihnen Namen einfallen wie Martin Luther, Mutter Theresa oder Dietrich Bonhoeffer. Mose, der sein Volk aus Ägypten geführt hat, soll es an alle Israeliten im Auftrag Gottes weitersagen: „Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der Herr, euer Gott.“ Wenn das nicht nur für ein paar besonders Heilige gilt, sondern auch dem Volk Gottes Israel und durch Jesus Christus auch uns, dann muss ja mit dem Wort heilig etwas anderes gemeint sein.

Zum Ersten steht hier:  Gott ist heilig. Im Propheten Jesaja Kapitel 40,25 heißt es: So spricht der Heilige. Und dann ist die Rede davon, dass er diese ganze Welt geschaffen hat durch sein kräftiges Wort.  Er lenkt und leitet die Geschicke und den Weltlauf bis heute. Wie klein sind dagegen die Völker und die Menschen, auch wenn sie sich noch so groß aufspielen. Gleichzeitig aber zeigt sich seine Heiligkeit  darin, dass er sich und seinen Worten treu bleibt. Seine Treue drückt sich dadurch aus, dass er seinem Volk Israel und uns immer wieder Gemeinschaft anbietet. Das gilt auch dann, wenn sein Volk ihm untreu geworden ist. Ja, der heilige Gott geht soweit, dass er in unsere Welt hineinkommt. Da, wo es oft unheilig zugeht, und seine Gebote mit Füßen getreten werden. Dort hinein kommt er in Jesus Christus. Er wird einer wie wir, doch ohne sich von seinem Vater im Himmel zu trennen. Jesus nimmt unsere Unreinheit, unsere Schuld auf sich. Das sind die Dinge, die aus der Trennung von Gott folgen. Wir handeln eben nicht so, wie er es uns in seinen guten Wegweisern den zehn Geboten mitgeteilt hat. Wir hängen uns an andere Dinge, Mächte und Menschen, die uns wichtiger sind als Gott. Damit treiben wir Götzendienst. Wir sparen den Sonntag z. B. nicht als besonderen Tag für Gott und uns aus. Wir zerstören bewusst oder unbewusst unsere Beziehungen in Ehe und Familie.  Wir reden nicht die Wahrheit übereinander. Das sind nur einige Beispiele. Es gab nur einen Weg, um uns zu erneuern und damit zu heilen. Das Kreuz auf Golgatha. Dort hat  Jesus Christus  uns geheiligt. Dort hat Jesus unsere Schuld und unser Versagen getragen und mit seinem teuren Blut  bezahlt. Wer sich jetzt an Jesus hängt, der ist vom Tod ins Leben gekommen, der ist ein Heiliger.

Übersetzt kann das heißen: Ich bin heilig, weil ich diesem Jesus mein Leben anvertraut habe und ihm jetzt alles gehört. Wie kann das gehen? Ist das überhaupt möglich, nach so vielen Jahren ohne Gott, fragte mich neulich ein Passant in der Fußgängerzone. Ja, das ist möglich, wenn Sie  heute anfangen, mit ihm zu reden. Die Bibel nennt das Gebet.

Mit ihren eigenen Worten oder mit folgenden Worten: „Herr Jesus Christus. Du hast meine Schuld auf dich genommen und bist für meine Sünde gestorben. Dafür danke ich dir. Du hast versprochen, dass Menschen, die dir vertrauen nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben werden. Das will ich glauben und dir mein Leben anvertrauen. Ich will zu dir gehören und von dir lernen. Amen.“ 

Von nun an bedeutet Heilig sein nicht eine besondere menschliche Leistung oder Verkrampfung, sondern wir werden echte Menschen, die in seiner Gemeinde und der Welt gerne tun, was Jesus will. So geschieht, was der frühere schwedische Bischof Nathan Söderblom mal so formuliert hat:

„Heilige sind Menschen, durch die es anderen leichter wird, an Gott zu glauben.“

 


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