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Party im Himmel

Rainer Heuschneider über Lukas 15,7.

So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über neunundneunzig Gerechte, die der Buße nicht bedürfen.

Lukas 15,7

Passiert Ihnen das auch hin und wieder? Der Autoschlüssel hängt nicht am Schlüsselbrett, die Lesebrille spurlos verschwunden. Suchen ist angesagt. Das strapaziert die Nerven, kostet viel Zeit. Umso größer die Freude, wenn ich das Gesuchte wiederfinde.

Manche „Suchgeschichte“ klingt kurios. So wurde in Frankfurt nach 20 Jahren ein vermisstes Auto wiedergefunden. Der ortsfremde Besitzer fand damals den Parkplatz nicht wieder. Eine Suchanzeige bei der Polizei blieb erfolglos. Erst beim Abbruch eines Parkhauses wurde der Wagen wiedergefunden. Nach 20 Jahren! Verrückt, oder?

Andere „Suchgeschichten“ sind berührend. In der USA trennte man vor Jahrzehnten ein ganz junges Schwesternpaar. Keine bekam mit, wo die andere abgeblieben ist. Aber gut 40 Jahre später bekamen beide im gleichen Krankenhaus eine Anstellung. Sie lernten sich dadurch kennen, freundeten sich an, staunten über viele Gemeinsamkeiten in ihrer Biographie.

Ein DNA-Test brachte es zutage: Sie sind Schwestern. Der Sprecher der Klinik meinte: „Die beiden Frauen können nicht glücklicher sein!“ Nach 40 Jahren. Berührend, oder?

Im 15. Kapitel des Lukas-Evangeliums erzählt Jesus ebenfalls eine „Suchgeschichte“. Es geht um einen Hirten, der plötzlich eins von seinen 100 Schafen vermisst. Es wird in dem Gleichnis nirgendwo erzählt, dass es ein ganz besonderes Schaf sei, das plötzlich weggelaufen ist.

Das behauptet gut 100 Jahre später ein Thomas in seiner außerbiblischen Schrift: „Eines von ihnen verlief sich, das größte (Thomas – EV, V. 107).

Nein, bei Lukas handelt es sich um ein ganz normales Schaf, kein Eliteschaf. Trotzdem lässt der Hirte alles stehen und liegen. Er sucht so lange, bis er dieses Schaf wiedergefunden hat. Abschließend heißt es dann im Vers 7:

„So wird Freude im Himmel sein über einen Sünder, der Buße tut, mehr als über 99 Gerechte, die der Buße nicht bedürfen“.

„Party im Himmel“, so sagt es Jesus sinngemäß. Denn genauso freut sich Gott. Ich kann hier Gott ins Herz schauen. Wir mögen eine Ahnung bekommen, wie sehr es Gott schmerzt, wenn nur eines seiner Geschöpfe Gott ein Leben lang nur die kalte Schulter zeigt.

Aber umgekehrt dürfen wir entdecken, dass Gottes Herz vor Freude hüpft, wenn ein Mensch beginnt, Gott ernst zu nehmen, ihm zu vertrauen, ein Leben an Gottes Hand zu führen. Genau dann geht im Himmel die Post ab:

„Es wird Freude sein im Himmel über einen Sünder, der Buße tut! ….“ (7)

Habe ich aus dieser Perspektive schon einmal mein Leben betrachtet? So wichtig, so wertvoll bin ich dem lebendigen Gott. Zum Staunen, oder?



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