/ Wort zum Tag

Mit Jesus in den Alltag

Hans-Georg Filker über Römer 14,17.

Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist.

Römer 14,17

Der Alltag kann ganz schön an den Nerven zerren: Ich könnte jetzt endlos die Ursachen aufzählen. Konflikte belasten, ungelöste Probleme auch. Ärger mit den Nachbarn. Ärger in der Familie. Ja, auch Ärger über mich selbst.

Dazu kommt: Aufgaben sind zu bewältigen, Verpflichtungen können nicht mehr warten, Sorgen, Stress und dann kommen noch Müdigkeit und Unwohlsein dazu.

Der Alltag kennt natürlich auch Lichtblicke: Ich könnte jetzt - fast endlos - die ganzen schönen Dinge aufzählen, die mein – unser – Leben reich und erfüllend machen. „Fast endlos?“ Haben Sie die kleine Einschränkung gehört? Es ist ein Phänomen, dass Probleme eine stärkere, eine eindrücklichere Wirkung auf uns ausüben als die Wohltaten. Die empfinden wir schnell als selbstverständlich und buchen sie so ab.

Was für eine Rolle spielt eigentlich dabei der persönliche Glaube? Ich möchte hier bewusst vom christlichen Glauben sprechen, weil man sehr Unterschiedliches glauben kann. Und mir geht es nicht um die Festigkeit und Stärke eines Glaubens. Entscheidend ist doch, wem und worauf man vertraut.

Wenn ich mich an Jesus Christus orientiere und ihm vertraue, hat das ganz andere Konsequenzen, als wenn ich mich zum Beispiel esoterischen Inhalten öffne. Ein Glaube, der nur sich selbst vertraut oder dem Recht des Stärkeren, prägt natürlich Einstellungen und Verhalten und sieht anders aus als ein vom Gottvertrauen geprägter Glaube. Es ist also nicht gleichgültig, was und wem man glaubt. Ein auf Jesus Christus vertrauender Glaube hat Konsequenzen für die Bewältigung meines Alltags. Wie sehen die aus?

Jesus stellt ja etwas anderes vor als Buddha oder die Kulte der Germanen oder auch moderne Erfolgsrezepte für ein glückliches Leben, die sich oft auf Gesundheitsfragen und materielles Wohlergehen beziehen.

Gibt es vielleicht so etwas wie einen Masterplan von Gott für unser Leben?

Einen Hinweis gibt Paulus dazu im Römerbrief. Er beschreibt das so: „Das Reich Gottes ist nicht Essen und Trinken, sondern Gerechtigkeit und Friede und Freude im Heiligen Geist. Wer darin Christus dient, der ist Gott wohlgefällig und bei den Menschen geachtet.“

Gesunde Ernährung ist wichtig. Kochen und Backen kann wirklich Freude machen. Auch auf das Körpergewicht zu achten, macht aus vielen Gründen Sinn. Aber Gottes Perspektive für Lebensqualität hat einen viel weiteren, einen menschenfreundlichen Horizont. Und den eröffnet der Heilige Geist, der – anders als viele vermuten - nicht irgendwie etwas Komisches ist, sondern sehr praktisch: Er will und er wirkt Gerechtigkeit, Friede und – ja, tatsächlich auch – Freude!

Und er hilft, diese großen Worte in unseren Alltag zu übertragen. Sie verstehen dieses Bild: Christen sollen nicht ständig mit den großen Scheinen „Gerechtigkeit, Friede, Freude“ wedeln, sondern in kleiner Münze achtsam anwenden.

Das prägt unseren Alltag nämlich mehr als die großen Worte: Über die kleinen Ungerechtigkeiten nicht hinwegsehen. Streit schlichten und Signale des Friedens aussenden. Ansteckende Freude verbreiten. Es gibt so viel Anlass dazu. Auch heute.

Und nicht vergessen: Der Heilige Geist ist kein Freund bösartiger Verleumdungen und Hetztiraden, die - manchmal auch unter christlichem Deckmantel – verbreitet werden. Da ist Widerspruch angesagt. Auch heute. Also: Gerechtigkeit, Friede, Freude.

Das ist ein Gottesdienst im Alltag, der Gott gefällt und den Menschen guttut.



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