/ Wort zum Tag

Mit ihm

Dagmar Rohrbach über 1. Mose 39,23.

Der HERR war mit Josef, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.

1. Mose 39,23

Eine aufregende Lebensgeschichte steht im 1. Buch Mose. Josef ist der Lieblingssohn von Jakob. Seine Brüder mochten sein selbstbewusstes Auftreten nicht. So beginnt ein unglaublicher Abstieg für den verwöhnten Josef.

Seine Brüder verkaufen ihn als Sklaven. Er wird nach Ägypten und dort auf den Markt gebracht. Ein Mann namens Potifar kauft ihn. So kommt er in das Haus eines hohen Dieners des Pharao. Eine ganz neue Erfahrung für Josef, Sklave zu sein. In der ganzen Geschichte lesen wir nichts davon, dass Josef sich an Gott wendet, sein Schicksal beklagt. Wir wissen nicht, was in ihm vorgegangen ist. Aber immer wieder, auch im weiteren Geschehen, heißt es: Gott war mit ihm.

Für Potifar hat sich das ausgezahlt. Mit Josef stand Potifars Haus unter dem Segen Gottes. Er hat das gemerkt und Josef alles unterstellt. Leider geht die Geschichte nicht gut weiter. Potifars Frau wirft ein Auge auf Josef. Aber dieser ist nicht bereit, sich darauf einzulassen. Hier gibt es den ersten Hinweis darauf, wie Josef zu Gott steht: „Wie sollte ich dieses große Unrecht tun und gegen Gott sündigen?“, sagt er in 1. Mose 39,9Offensichtlich ist seine Beziehung zu Gott das, was ihm in der Fremde, in der Sklaverei, als einziges geblieben ist. Auch er wird gemerkt haben, wie Gottes Segen auf seiner Arbeit lag.

Aber es ging trotzdem noch tiefer. Die verschmähte Frau verleumdet Josef und der erzürnte Ehemann lässt ihn, ohne ihn anzuhören, er war ja nur ein Sklave, ins Gefängnis werfen.

Auch der Gefängnisaufseher erkennt schnell, welch einen Schatz er in Josef hat. Zuerst heißt es in 1. Mose 39,21: "Der HERR aber war mit Josef und wandte sich ihm in Treue zu und gab ihm Gunst in den Augen des Obersten des Gefängnisses."

In Vers 23 folgt die heutige Losung: "Der HERR war mit ihm; und was er tat, ließ der HERR gelingen."

Der entscheidende Hinweis ist: Der HERR war mit ihm. Dieses hebräische ‚mit ihm‘ bedeutet: Zwischen Gott und Josef bestand eine enge, untrennbare Gemeinschaft. Josef steht trotz seines sozialen Totalabstiegs unter dem Schutz Gottes. Aber es ist keine einseitige Beziehung. Josef hängt sich an seinen Gott mit Glauben und Anbetung. Sein Gott ist alles, was er noch hat.

Und das zeigt sich nach außen: was er tat, ließ der HERR gelingen.

Hier wird also für die Umwelt etwas sichtbar, das aus der verborgenen Beziehung zwischen Gott und Mensch entsteht. Das ist heute die Herausforderung an uns. Worauf kommt es an? Es geht nicht zuerst um unsere Leistung. Wir dürfen einfach die Beziehung zu Gott pflegen, offen für ihn sein. Es geht dabei nicht um unsere Wirkung. Es geht um die Beziehung zu unserem Gott.

Lernen wir von Josef, dass das nicht unbedingt bedeutet, keine Schwierigkeiten zu erleben. Mit ihm zu sein, das ist das Entscheidende. Aber halten wir auch fest: was er tat, ließ der HERR gelingen. Ich denke, solch Gelingen wünschen wir uns alle.



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Kommentare

Von Martina N. am .

Vielen Dank, eine wundervolle sichtweise zu Josef und seiner Beziehung zu IHM!


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