/ Wort zum Tag

Mit Gott von unten nach oben

Hans-Jörg Blomeyer über 1. Petrus 5,6.

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

1. Petrus 5,6

Wer möchte nicht in seinem Umfeld, seinem Verein, seiner Gemeinde gut angesehen sein? Nicht nur Politiker schauen darauf, dass sie hohe Zustimmungswerte erhalten. Auch wir Normalos suchen und brauchen die Anerkennung der anderen.

Wie gewinne ich sie? Wie komme ich nach oben? Indem ich mich profiliere, mich unentbehrlich mache, mich vorne hinstelle, wie viele mir raten?

Im 1. Petrusbrief, Kapitel 5, Vers 6 gibt Petrus den Christen in Kleinasien im Blick auf ihre Gemeinde einen ganz anderen Rat: So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Das gilt, schreibt Petrus, „weil Gott dem Hochmütigen widersteht, jedoch dem Demütigen Gnade schenkt“. (Vers 5)

Es ist viel dran, was mein Seelsorger uns einschärfte: Der Hochmut ist die schlimmste Sünde. Ihn zu besiegen ist ein Kampf, der nur mit Jesus Christus und dem Heiligen Geist unter dem Wort Gottes zu gewinnen ist.

Zwei persönliche Beispiele: Da ist eine Person, die ich mag und der ich verbunden bin. Mit meinen Gaben, Kenntnissen und Fähigkeiten fühle ich mich aber oft - fälschlicherweise - ihr überlegen. Jesus Christus hat mir durch sein Wort ein für alle Mal ganz deutlich gesagt: In Demut achte einer den andern höher als sich selbst. (Phil 2,3) Vielleicht sagt er es auch Ihnen in eine ihrer Beziehungen hinein, diese ganz wichtige notwendige Sicht- und Lebensweise.

Das andere ist das Konkurrenzdenken, gerade auch hier bei der „Wort zum Tag“-Andacht. Wie kann ich meinen Gedankengang so ansprechend, so einleuchtend, mit packenden Beispielen gestalten, dass meine Gedanken beim Hörer hängenbleiben?

Sicher dürfen wir damit Beauftragten dafür beten und uns nach Kräften bemühen. Aber Gott macht mir deutlich, dass viel Hochmut darin stecken kann. Das Ziel darf nicht sein, dass meine Überlegungen und Auslegungen beim Hörer hängenbleiben. Das Ziel ist, dass Ihnen Gottes Wort und sein Reden persönlich begegnet und in Erinnerung bleibt. Er will und soll wirken. Und Gott wird zu seiner Zeit Beteiligte erhöhen.

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.

Von daher ein Rat an Sie:

Vielleicht ist Ihnen ein Vorhaben nicht gelungen, ein Plan gescheitert. Vielleicht hat Ihnen jemand einen Strich durch die Rechnung gemacht?

Verkämpfen Sie sich nicht im Widerstand dagegen. Lassen Sie auch nicht in Trauer den Kopf hängen. Vertrauen Sie der Hand Gottes, die das alles zugelassen hat. Sie ist stärker und gewaltiger als alles Bedrückende. Es ist besser, sich ihr zu unterstellen, als in eigener Kraft zu handeln.

Gott hat den Weg und den Zeitplan für unser Leben viel besser im Blick. Er weiß, wann wir eine Demütigung brauchen. Und er wird Sie in Ihrem Problem zu seiner Zeit, zur rechten Zeit, seine Hilfe erfahren lassen.

So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit.



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Kommentare

Von Wolfgang am .

Sehr geehrter Herr Pfarrer,
Danke für die aufmunternden Worte. Auch ich bin leider jemand, der sich "Verkämpft". Es ist dann immer wieder der gewaltige Ärger, der mich nicht loslässt und mich auffrisst. Das führt dann dazu, dass der Ärger noch größer wird. Tatsächlich aber ist es eine Spirale die sich nach untern dreht und mich dabei mit nach unten zieht. Da hilft dann nur das Gebet und die Aussprache mit unserem geliebten Bruder.


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