/ Wort zum Tag

Lehrer unterscheiden

Christoph Reeps über Matthäus 7,16.

In unserem Garten haben wir Sträucher von schwarzen und von roten Johannisbeeren. Sie stehen eng beieinander und die Zweige wachsen zum Teil durcheinander. Wer genau hin schaut und sich auskennt, der kann die Unterschiede erkennen. Wer sich nicht so gut auskennt, der kann sich an den vielen Trieben und den grünen Blättern freuen, aber für den sind es einfach nur „Sträucher“. Viel leichter ist es allerdings, die Sträucher zu unterscheiden, wenn sie Früchte tragen. Dann ist an Farbe und Fruchtstand schnell zu sehen, was für Sträucher es sind. Jesus sagt auch: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ - Allerdings sagt Jesus das nicht in Bezug auf unseren Obstgarten.

Jesus sagt das in Bezug auf Propheten und Lehrer, die die Gemeinde führen oder verführen. Die Samen treiben irgendwo in der Gemeinde auf. Die beeindrucken mit ihren grünen Blättern, vielleicht auch mit ihren Blüten. Aber was sie wert sind, das zeigt sich dann erst, wenn die Früchte geerntet werden.

Nun ist es bei unseren Johannisbeersträuchern nicht so dramatisch, ob sie rote oder schwarze Beeren tragen. Sie schmecken zwar verschieden, sind aber beide sehr gesund und vitaminreich. Jesus gebraucht deshalb ein krasseres Beispiel: „Kann man denn Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln?“ Dornen und Disteln sind sehr schnell wachsende Pflanzen, die auch ganz schnell Raum einnehmen und anderes verdrängen. Aber sie tragen nichts aus, keine essbaren Früchte. Sie samen sich schnell aus und verbreiten sich, aber sie ernähren niemanden.

So ist es auch mit falschen Propheten und Verkündigern in der Gemeinde. Sie sind auf einmal da, sehen gut aus, beeindrucken mit ihrem kräftigen Wachstum,  breiten sich aus, verdrängen anderes, werfen ihre schädliche Saat … aber dann ist keine gute Frucht da, nur Dornen und Stacheln, an denen man sich verletzt und Wunden reißt. Vielleicht wird man sie gar nicht gleich von den anderen Pflanzen unterscheiden können? ~ wird gar nicht merken, wie schädlich sie sind. … aber irgendwann werden ihre Früchte sie verraten. Dann wird man an den Früchten erkennen, was es für ungute Pflanzen sind. Jesus sagt: „Ebenso bringt jeder edle Baum auch nützliche Früchte, ein schädlicher Baum aber bringt verderbliche Früchte. Ein edler Baum kann nicht verderbliche Früchte tragen, und ein schädlicher Baum kann nicht nützliche Früchte tragen.“  In der Luther Übersetzung heißt es hier „guter“ und „schlechter“ oder „fauler“ Baum. Das klingt, als wenn es von der gleichen Sorte gesunde und kranke Bäume gibt, die unterschiedliche Früchte tragen. Das meinte Jesus sicher nicht, sondern Bäume, die von ihrer Art her entweder nützliche oder unbrauchbare Früchte bringen. Der Baum bringt die Früchte hervor, die zu seiner Art gehören. Und die sind entweder brauchbar oder unbrauchbar. Und ich muss dann entscheiden, ob ich den Baum in meinem Obstgarten haben will oder nicht. Wenn er mich stört, weil er unbrauchbare Früchte trägt, dann muss er weg. In dem letzten Ort, in dem ich wohnte, hatten wir im Garten viele Akazienbäume. Die haben sich ganz schnell ausgebreitet. Da half es nur, immer wieder die Axt zu nehmen, und sie unter der Erde abzuhacken. Genau so, wie Jesus es sagt: „Jeder Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen.“ Und das sagt Jesus wieder nicht über meinen Garten, sondern über seine Gemeinde. Mit der gleichen Konsequenz – nicht mit der Axt, aber mit der Konsequenz - sollen Gemeinden die Irrlehrer beseitigen. Also: schauen sie sich die Früchte der Lehrer an, und dann entscheiden sie: Darf der weiter lehren oder muss er davon ausgeschlossen werden? Jesus sagt: An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. 


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