/ Wort zum Tag

Mach dir keine Sorgen!

Silke Stattaus über Matthäus 6,27.

Bibelvers

Wer von euch vermag durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen?

Matthäus 6,27

Wer von euch vermag durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen? Matth. 6,27

Es ist Sonntagnachmittag. Wir sind auf der Rückfahrt von unseren Kindern, die in Süddeutschland leben. Dieses Mal wollen wir noch einen Zwischenstopp einlegen. Meist fahren wir ja an all den schönen Städten vorbei – um auf kürzestem Weg nach Sachsen-Anhalt zu kommen. Heute werden wir in Fulda halten, um uns an zwei Tagen diese schöne Stadt anzuschauen.

Kurz nachdem wir gestartet sind, entdecken wir in der Frontscheibe unseres Autos einen Riss. Auf der Fahrerseite kurz über dem unteren Rand. Wir halten an, um uns das genauer anzusehen. Kein Steinschlag ist zu erkennen. Nur einfach ein Riss. Ob wir damit noch nach Fulda kommen? Und dann zwei Tage später nach Hause? Wir haben gehört, dass bei solchen Schäden schon mal die ganze Frontscheibe gesplittert ist und man plötzlich nichts mehr sah. Das wollen wir natürlich nicht. 

Was tun? Eine Autowerkstatt suchen?  Die haben am Sonntag geschlossen. Den ADAC anrufen? Bei so einem kleinen Riss? Die sind am Sonntagnachmittag bestimmt bei wichtigeren Angelegenheiten im Einsatz.

Wir beten erst einmal und bitten Gott um eine Idee. Dann fahren wir weiter. Die ungetrübte Freude auf zwei Tage Urlaub schwindet mit jedem Kilometer. Vielleicht sehen wir die Gelben Engel ja auf der Autobahn. Dann können wir einfach mal anhalten. Aber es ist weit und breit kein gelber Engel in Sicht. So überlegen wir, was wir am Montag zuerst machen: Autohaus unserer Marke aufsuchen? Unser Auto hat noch Garantie. Oder lieber doch in eine Autoglas-Werkstatt gehen? Oder unser heimisches Autohaus nach dem nächsten Schritt fragen? Irgendwie dreht sich alles um diesen blöden Schaden. Wir sind genervt.

Nach gut drei Stunden sind wir in Fulda. Als wir an unserem Hotel ankommen, staunen wir.  Unser direkter Nachbar ist der ADAC!

Klar ist am Sonntag kein Mensch mehr da. Es ist ja auch keine Bereitschafts-Werkstatt. Aber wir ahnen, dass man uns am Montagmorgen bestimmt weiterhelfen wird. So beziehen wir schon mal deutlich entspannter unser gemütliches Hotel. Abends fahren wir in die Stadt und kommen wenige Meter hinter unserem Hotel an einer Autoglas–Werkstatt vorbei. Wieder purzeln Steine von unserer Seele. Da ist doch wirklich Hilfe in Sicht – ganz in unserer Nähe!

Und so ist es dann auch. Als wir am Montagmorgen zum ADAC gehen, werden wir von dem freundlichen KFZ-Mechaniker beruhigt. Heute sind solche Schäden nicht mehr so schlimm. Die Scheiben sind so präpariert, dass Zersplitterung verhindert wird. „Damit können sie ganz beruhigt nach Hause fahren!“, meinen sie.

Wir sind erleichtert und danken nach den freundlichen gelben Engeln erst einmal unserem Vater im Himmel.

„Wer von euch vermag durch Sorgen seiner Lebenszeit auch nur eine Elle hinzuzufügen?“ fragte Jesus seine Jünger damals. Und ich muss heute antworten: „Ich bin es jedenfalls nicht!“

Nun ist die Sorge um eine kaputte Autoscheibe vergleichsweise klein. Anders als bei den Menschen, die von einer Krankheit gezeichnet sind. Oder die, die sich um familiäre Probleme sorgen. Oder die, die durch den plötzlichen Tod eines lieben Menschen nun allein dastehen.

Aber auch da fragt uns Jesus, ob uns Sorgen irgendwie weiterhelfen. Wir wissen es längst. Natürlich nicht. Sorgen bringen uns keinen Schritt weiter.

Darum dürfen wir uns von Jesus erinnern lassen: „Werft alle eure Sorgen einfach auf mich! Ich habe eine Idee, wie ich euch helfen kann.“

Im Übrigen gibt Jesus keine Anweisung, wie groß oder klein die Sorgen sein dürfen. Alle Sorgen sind gemeint. Das ist doch ein Angebot!

Allerding abgeben – das müssen wir.


Kommentare

Von Helmut K. am .

Die persönlichen Sorgen an einen Gott abgeben, der uns liebt, an einen Jesus Christus, der als Ausdruck dieser Liebe Gottes Mensch wurde, Leiden und Versuchung durchlebte... der letztlich in tiefster Verzweiflung am Kreuze starb, ohne dabei die Hoffnung auf Gottes Liebe aufzugeben, stattdessen in tiefster Verzweiflung daran festzuhalten... dieser Jesus Christus kann auch dem zutiefst verzweifelten Menschen zur Hoffnung werden... Gottes Liebe kann in der tiefsten Tiefe berühren und Hoffnung mehr

Von Pfr iR Dietrich T. am .

Wieder eine so praktische und Hilfreiche Andacht. Das hebt bei mir sofort die Stimmung und Zuversicht. Ganz herzlichen Dank. Gott segne Sie und Ihre Familie. D. T.


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