/ Wort zum Tag

Klug und weise

Burghard Affeld über Jakobus 3,13.

Wer ist weise und klug unter euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.

Jakobus 3,13

Clever und klug sein und sich erfolgreich durchs Leben schlagen. Das ist die Devise so mancher Zeitgenossen. Wer will das nicht? Möchten Sie nicht auch clever und klug sein? Heute will ich Ihnen die Frage etwas anders stellen.

Der Apostel Jakobus hat in seinem Brief an die ersten Christengemeinden in Kapitel 3 in dem Vers 13 die Frage gestellt, die auch an uns heute gerichtet ist: „Wer ist weise und klug unter Euch? Der zeige mit seinem guten Wandel seine Werke in Sanftmut und Weisheit.“

Das ist kein Intelligenztest. Das ist ein Lebenstest. Es geht auch hier in erster Linie nicht um Bildung und Wissen. Hier geht es auch nicht um philosophische Weisheiten oder flotte Sprüche, die man sich übers Bett hängen kann.

Wie viele schöne, kluge oder auch weniger brauchbare Worte hören wir Tag für Tag? In Talkshows wirft man sich die Worte zu wie nette Wattebäusche, die nichts ausrichten. Oder einer schmeißt knallharte Worte wie Steine in die Diskussionsrunde. Der Nächste antwortet mit etwas weniger gefährlichen Worten, die wie faule Eier sind. Solche Wortgefechte können in Streitereien ausarten und gnadenlos sein.

Der Apostel Jakobus kannte solche Wortgefechte auch in den ersten christlichen Gemeinden. Der Glaube in den Gemeinden war noch jung. Christen waren angewiesen auf die mündlichen Berichte der ersten Apostel. Da gab es Missverständnisse, falsche Auslegungen der alten Schriften und spekulative Theorien selbsterwählter Lehrer. Einer wusste es noch besser als der andere, wie man als Christ zu leben und zu glauben hatte. Sie alle hielten sich für klug und weise. Wem sollte man vertrauen können? Wer von ihnen war glaubwürdig und authentisch?

Provokant fragte Jakobus die Mitglieder der Gemeinden: „Wer ist weise und klug unter Euch?“ Damit meinte er jeden, die Gemeindeleiter, die Besserwisser, die Rechthaber, aber auch die verwirrten Zuhörer. Die Wortgefechte hatten viele sprachlos gemacht. Jeder sollte sich selber prüfen.

Und was sollte jeder prüfen? Seinen eigenen Lebenswandel. An anderen Stellen seines Briefes hat Jakobus unmissverständlich deutlich gemacht, dass Glaube und Werke, Worte und Taten untrennbar zusammengehören. Glaube ohne Werke ist tot. Worte ohne Taten sind bestenfalls überflüssiges Geschwätz. Deshalb geht es um den Lebenswandel, um ganze Nachfolge Christi und nicht nur um schöne Worte. Jeder Christ ist aufgerufen, sich mit seinem Glauben nicht zu verstecken, aber auch nicht in hochmütiger Angeberei aufzutreten. Der Hinweis auf einen guten Lebenswandel und gute Werke soll in Sanftmut, also nicht hochmütig, und in Weisheit geschehen.

Bei dieser Weisheit geht es nicht um menschliche Weisheit, sondern um eine Weisheit, die aus dem Willen Gottes vertrauenswürdig und friedliebend kommt. Dies Geschenk der Weisheit Gottes bekommen wir nur durch Gebet und durch das Hören auf sein Wort.

So wünsche ich Ihnen das Geschenk der Weisheit Gottes und die notwendige Klugheit für die Lebenspraxis Ihres Glaubens.



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