/ Wort zum Tag

In der von Jesus geschenkten Freiheit leben

Siegfried Skubski über Philipper 1,27.

In einem Gefängnis tragen die Gefangenen einheitliche Anstaltskleidung. Das weiß ich, denn schon Jahre gehe ich mit einem Team in die JVA Wittlich. Wir bieten den Gefangenen wöchentlich eine Gruppenstunde an, führen Einzelgespräche und halten mit ihnen Briefkontakt. Wir beten für sie und helfen ihnen, eine Beziehung zu Jesus zu bekommen. Das ist keine einfache Aufgabe. Wenn ich mit einem Gefangenen Ausgang mache, hole ich ihn an der Pforte ab und siehe da, er kommt in ganz normaler Kleidung. Seine Anstaltskleidung hat er nun für vier Stunden abgelegt. Man sieht ihm nicht an, dass er eigentlich ein Insasse der JVA ist. Wenn Insassen entlassen werden, müssen sie ihr Leben ändern. Das haben sie oft genug gehört, das wissen sie. Dazu gehört auch, dass sie die Gefahren erkennen, die sie unfrei machen, dass sie ihre alte Gesinnung ablegen und in der neuen Freiheit leben.

Der Apostel Paulus schreibt aus dem Gefängnis den Philipperbrief. Ihm wurde die Freiheit genommen, weil er an Jesus Christus glaubte. Stellen wir uns mal vor, wir würden eingesperrt, nicht weil wir kriminell wurden und etwas verbrochen haben, sondern weil wir Christen sind. Paulus rebellierte nicht. Er war sich seiner ernsten Lage bewusst. Sein gelebter Glaube an Jesus war sein Leben, und selbst wenn er dafür sterben müsste, konnte er nur gewinnen. Paulus machte einen Aufruf an die Christen und somit auch an uns:

Wandelt nur würdig des Evangeliums Christi. (Philipper 1,27)

Wenn wir mit Jesus leben, hat das Konsequenzen – nicht nur für ein paar Stunden. Wir haben unsere alten sündigen „Einheits-Kleider“ ausgezogen und das neue Kleid der Gerechtigkeit angezogen. Wir machen die wunderbare Erfahrung, dass uns unsere Sünden vergeben wurden, dass wir Kinder Gottes sind. Gott als unser himmlischer Vater sorgt für uns. Wir haben die Gemeinde, können Gottesdienste feiern und z. B. die Bibelstunde besuchen.

Durch Jesus leben Christen in der Freiheit der Kinder Gottes. Das spricht Paulus hier an. Egal, in welchen Umständen du dich befindest – wandele würdig darin. Es ist ein Bild, wie wenn jemand ein neuer Staatsbürger eines Landes wird. Er lebt zwischen Rechten und Pflichten. Wir Christen sind durch Jesus befreit zu einem neuen Leben. Die Konsequenz ist, dass wir in dieser neugewonnenen Freiheit leben. Würdig des Evangeliums zu wandeln, bedeutet auch, die Gute Nachricht vom Retter Jesus denen zu bringen, die diese Freiheit in Jesus noch nicht entdeckt haben, und sich dafür einzusetzen, dass Menschen lebendige Christen werden. Aber Paulus spricht noch etwas anderes an. Ich lese es nach der Übersetzung der Guten Nachricht:

Steht alle fest zusammen in derselben Gesinnung! Kämpft einmütig für den Glauben, der in der Guten Nachricht gründet.

Paulus spricht die Einheit und den Zusammenhalt der Christen und der Gemeinden an. Wir sollen fest zusammenstehen. Wir tun dem Evangelium einen schlechten Dienst, wenn wir uneinig und zerstritten als Christen leben. Unversöhnlich sein - das darf unter Kindern Gottes dauerhaft keinen Platz haben. Vielleicht müssen wir aufeinander zugehen und Dinge klären und bereinigen! Wer in der Freiheit der Kinder Gottes lebt, hat die Freiheit zu vergeben und Vergebung anzunehmen. Christen leben aus der Vergebung. Schließlich vergibt Jesus uns auch!

Vielmehr sollen wir die Gesinnung Christi anziehen. Die Evangelien zeigen, wie Jesus gesinnt war. In derselben Gesinnung leben bedeutet, in demselben Heiligen Geist, den uns Gott gegeben hat. Es geht nicht nur darum, dass wir zu Christus und seiner Gemeinde gehören, sondern auch um die Wirksamkeit unseres Lebens mit Jesus. Die einfache Formel heißt: „Lebt darin – lebt mit Jesus.“

 


Kommentare

Von Jürgen S. am .

Ich bin dem Herrn dankbar für dieses Wort des Zuspruchs heute an diesem Tag. Ich bin dabei, ebenfalls in einer JVU Bibelstunden aktiv zu gestalten.
Eine Bestärkung, es zu wagen und den Gefangenen Jesu Wort zu bringen. Und ich habe Streit mit meinem Nachbarn. Beide haben wir den Anspruch, uns Christen zu nennen, aber wir geben dem Herrn nicht die Ehre. Höchste Zeit, die unbereinigten Dinge zu klären. Unser Gott möge uns dabei helfen, dass wir wieder gut miteinander umgehen und ein Licht für die mehr


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