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Fakenews?

Uwe Winkler über 2. Mose 23,1.

Bibelvers

Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten.

2. Mose 23,1

Uralt und immer wieder ein Thema. „Du sollst kein falsches Gerücht verbreiten“ oder wie auch übersetzt werden kann: “Du sollst keine falschen Aussagen machen“. Heute kennen wir das unter dem Stichwort Fakenews.

Das 2. Buch Mose beschreibt in Kap 23 eine ganze Reihe solcher simplen und doch wirkungsstarken Aussagen. Ganz praktische Anweisungen für ein ehrliches Miteinander werden da gegeben.

Das Thema Wahrheit wird quer durch die Geschichte und Generationen zur Sprache gebracht. Unendlich viele Artikel und Aufrufe sind bisher dazu erschienen. Es scheint uns nicht loszulassen, das Thema mit der Wahrheit und der Lüge. Immer wieder brauchen wir die Ermahnung, ehrlich zu sein.

Ganz zentral steht diese Aussage auch in den 10 Geboten: „Du sollst nicht falsch Zeugnis reden gegen deinen Nächsten.“ Zuerst geht es um mich und den Wahrheitsgehalt meiner Botschaften. Dann erleben wir das auch von anderen.

Obwohl wir heute unendlich viele Möglichkeiten haben, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu überprüfen, wird es nicht einfacher. Die Überprüfung vom Wahrheitsgehalt einer Aussage ist mitunter sehr aufwendig. In unserer schnelllebigen Zeit nimmt man sie sich oft auch nicht. Ständig neue Gerüchte. Dabei ist das mit der Wahrheit doch gar nicht so schwer. In unserem Sprachgebrauch hat das Wort „Gerücht“ schon einen gewissen Beigeschmack. Ein Gerücht ist etwas, was angezweifelt werden kann. Eine Nachricht kommt vom Hörensagen zustande.

In dem Ort, in dem ich einmal wohnte, sagte man, im Oberdorf hat die betreffende Person den Fuß verstaucht. Im Mitteldorf, da hat er sich das Bein gebrochen und im Unterdorf ist er dann schon gestorben. Ein Gerücht entwickelt eine Eigendynamik, die nur schwer zu bremsen ist.

Immer wieder beeindruckt mich die Geschichte von den drei Sieben: Eines Tages kam einer zum weisen Sokrates und war voller Aufregung. "He, Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen." "Moment mal", unterbrach ihn der Weise. "hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei Siebe gesiebt?" "Drei Siebe?" fragte der andere voller Verwunderung.

"Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass sehen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?" "Nein, ich hörte es, erzählte und …“

"So, so! Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft. Es ist das Sieb der Güte. Ist das, was du mir erzählen willst - wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist - so doch wenigstens gut?" Zögernd sagte der andere: "Nein, das nicht, im Gegenteil …“

"Aha!" unterbrach Sokrates. "So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und lass uns fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich so aufregt!" "Notwendig nun gerade nicht …

"Also", lächelte der Weise, "wenn das, was du mir erzählen willst, weder wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!"

Ob nun bewusst oder unbewusst Falschmeldungen verbreitet werden, die Wirkung ist verheerend. Menschen werden manipuliert. Der Wahrheitsgehalt einer Nachricht soll dann auch auf seine Wirkung überprüft werden. Schluss mit lustig wird es dann, wenn ich selbst betroffen bin. Ein tiefer Riss hat sich in das Vertrauen gezogen. Wie wir dann einander begegnen, ist eine echte Herausforderung. Die Folgen von Falschaussagen werden, je persönlicher sie sind, oft eine Spur tiefer Enttäuschung hinterlassen.

Falschmeldungen ziehen auch eine Spur der Verletzung nach sich. Vielleicht sind die Urheber solcher Infos auch nur verletzt und wollen andere verletzen. Es liegt nun an mir, diese Kette zu durchbrechen.


Kommentare

Von Hedy am .

wie wahr....wie wahr!


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