/ Wort zum Tag

Er suchte keinen Streit

Wolfhart Schlichting über Epheser 6,14-15.

Bibelvers

So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens.

Epheser 6,14-15

Der Hirtenjunge hat keinen Streit gesucht. Er kam zufällig dazu, als der Vorkämpfer der feindlichen Truppe einen Freiwilligen zum Zweikampf herausforderte. Dadurch sollte die Schlacht zwischen Philistern und Israel entschieden werden. Die Mannschaften konnten verschont bleiben. Aber keiner wagte es, gegen ihn anzutreten. Denn dieser Vorkämpfer war einschüchternd groß. Und er war schwer bewaffnet. Da verhöhnte Goliath die Juden und ihren kümmerlichen Gott, dem sie offenbar nicht zutrauten, dass er sie schützen kann.

Der Hirtenjunge David fand: Er hat unserem Gott ‚hohngesprochen‘. Das kann man nicht so stehenlassen. Wer an Gott glaubt, muss sich auch zu ihm bekennen.

Und obwohl er lächerlich wehrlos aussah mit Kinderschleuder und Kieselsteinen gegen Schwert und Riesenspieß, trat er dem Spötter entgegen. Der lachte ihn aus. Aber der ohne Panzerhemd und Schild völlig Schutzlose entgegnete: „Du kommst zu mir mit Schwert, Spieß und Sichelschwert. Ich aber komme zu dir im Namen des Herrn Zebaoth“ 1. Samuel 17, 45 LUT 2017). Ich glaube an Gottes unmessbare Macht, die mich wie unsichtbare Heere umgibt. „Zebaoth“ heißt auf Hebräisch „Heere“.

So begann die unvergessliche Geschichte, wie der kleine David den Riesen Goliath besiegte.

Was das für uns Christen bedeuten kann, darüber hat der Apostel Paulus im 6. Kapitel des Epheserbriefs nachgedacht: Auch wir brechen den Streit nicht vom Zaun. Aber dürfen wir verschweigen, was nach unserer Überzeugung wahr ist?

Wenn es von einem Minarett in der Nachbarschaft über die Dächer dröhnt: „Allah ist der Größte“, und ich weiß, dass damit gemeint ist: also nicht euer dreieiniger Gott,- soll ich das so stehenlassen? Freilich darf jeder sagen, was er will. Aber soll ich meinen Glauben verschweigen? Müsste ich nicht bekennen: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit ihm selber“?

Und mein Auftrag ist es, „an Christi statt“ alle zu bitten: „Lasst euch versöhnen mit Gott“.

Oder wenn eine Mehrheit Gottes Gebot für einengend und nicht mehr zumutbar hält, müsste ich dann nicht für die Geltung dieser guten Lebensregeln eintreten? Auch dann, wenn es als aussichtslos erscheint, weil die öffentliche Meinung nichts davon wissen will?

Wenn wir glauben, dass das, was Gott sagt, wahr ist, dann ist diese „Wahrheit“ unsere Rüstung. Und ihr ‚gerecht‘ zu werden, ist gleichsam unser Schutzpanzer. Der Apostel Paulus forderte die Epheser auf: „So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit“.

Aber die Absicht ist dabei nicht, uns gegenüber anderen zu behaupten. Wir suchen nicht Streit. Wir übermitteln vielmehr ein Friedensangebot für alle, die unter dem Unfrieden der Welt leiden. Daher fügt der Apostel Paulus hinzu: Wir ziehen gleichsam Schuhe an, um uns auf den steinigen Weg zu machen, den Menschen die gute Botschaft unseres Frieden stiftenden Gottes entgegenzubringen. „Beschuht an den Füßen, bereit für das Evangelium des Friedens“.


Kommentare

Von Heinz M. am .

Lieber Pfarrer Schlichting, Sie haben mir richtig aus der Seele geschrieben mit: "Wenn es von einem Minarett in der Nachbarschaft über die Dächer dröhnt: „Allah ist der Größte“, und ich weiß, dass damit gemeint ist: also nicht euer dreieiniger Gott,- soll ich das so stehenlassen"? Ich möchte es auch nicht so stehen lassen. Ich verstehe es auch nicht, dass einige evangelische Kirchengemeinden einen ökumenischen Gottesdienst mit Muslimen feiern:

Von Walter H. am .

Danke für die klare Botschaft

Von leobold am .

... dann dürften wir auch sagen, unser Gott und euer Gott sind eins


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