/ Wort zum Tag

Eine Adresse fürs Gebet

Matthias Dreßler über Psalm 57,3.

Bibelvers

Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten, zu Gott, der meine Sache zum guten Ende führt.

Psalm 57,3

Zu allen Zeiten haben Menschen eine Adresse für ihre Gebete gesucht und gefunden. Insbesondere in Situationen der Not haben sie sich mit Stoßgebeten nach Hilfe und Rettung ausgestreckt.

Wie notiert Bonhoeffer? „Menschen gehen zu Gott in ihrer Not, flehen um Hilfe, bitten um Glück und Brot, um Errettung aus Krankheit, Schuld und Tod. So tun sie alle, … Christen und Heiden.“

Etliche beteten zu den ihnen bekannten Göttern und Götzen aus Holz oder Stein. Psalm 115 beschreibt eindrücklich, was von ihnen zu erwarten ist: „Ihre Götzen sind […] von Menschenhänden gemacht. Sie haben Mäuler und reden nicht, sie haben Augen und sehen nicht. Sie haben Ohren und hören nicht, sie haben Nasen und riechen nicht. Sie haben Hände und greifen nicht, Füße haben sie und gehen nicht […].“ Eigentlich sind Sie „Nichtse“, wie Psalm 96,5 betont. Hilfe ist jedenfalls nicht von ihnen zu erwarten.

Keineswegs ist es Gottes Missgunst oder Gottes Neid, uns den Umgang mit nichtsnutzigen Göttern zu untersagen, denn: Gott kennt keine wirklichen Konkurrenten. Stattdessen will er verhindern, dass wir unser Herz in die Abhängigkeit fremder oder finsterer Mächte bringen und am Ende leer ausgehen.

Wie ganz anders steht es mit jedem Gebet zu dem lebendigen Gott, wie er uns in der Bibel geschildert wird. Vor keinem unserer Gebete verschließt er sein Ohr. Er schätzt unseren Kontakt zu ihm. Und es ist für ihn keine wirkliche Herausforderung, für uns einzutreten und unsere Sache zu einem guten Abschluss zu bringen. Gerne steht er auf der Seite derer, die ihm ganz und gar vertrauen.                     

Wer sagen kann, „Ich rufe zu Gott, dem Allerhöchsten“, hat den Mehrwert Gottes als entscheidende Adresse seines Gebetes entdeckt. Nur der Allerhöchste ist zu aller erforderlichen Hilfe befähigt. Ihm ist keine Schranke gesetzt. Darum gibt er sich zuerst Abrahm, dann Mose und später immer wieder Hiob als „El-Schaddai“, der Allmächtige, zu erkennen.

Doch Gott der Allerhöchste und Allmächtige nutzt seine allumfassende Macht und Kraft nicht, um ein weltweites Aggressionspotential zu entfalten, wie es die Diktatoren aller Zeiten getan haben. Er ist mit seiner Stärke der große Gott, der für uns eintritt. Darum kann der Beter des Psalmes 57 sagen „Im Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht“, auch wenn ich mich fühle, als wäre ich umgeben von Löwen, die „gierig nach mir schnappen“.

Mit Bonhoeffer können wir festhalten: „Gott geht zu allen Menschen in ihrer Not, sättigt den Leib und die Seele mit Seinem Brot, stirbt für Christen und Heiden den Kreuzestod, und vergibt ihnen beiden.“

Das ist Gottes Zielvorstellung für jeden von uns.

Gott sorgt sich in seiner Macht als Allerhöchster um unser geistliches Heil und ebenso um die Heilung mancher persönlichen Nöte. Und was wir in unserem Leben nicht verstehen, müssen wir nicht begreifen. - Der Allerhöchste jedenfalls kennt keine andere Grenze seines Wirkens als seinen eigenen Willen, seinen Ratschluss und seinen Plan mit uns. Doch er respektiert den Willen von uns Menschen!

Gewiss bleibt, dass er unser Leben zu einem guten Ende in seiner Ewigkeit führen will.



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Kommentare

Von Gertrud-Linde W. am .

...also ich erwarte und erhoffe von JESUS dass ER auch meine nahe Zukunft, mein heute und morgen, in SEINER gütigen Hand hat und weiß. So daß nichts ist was nicht an IHM vorbei muß und mir zum Besten dienen muß. Mein Leben segensreich und gesegnet sein läßt und ich SEINEN Frieden und Freude durch IHN haben werde. Leben die Fülle hat ER verheißen, auch hier und jetzt, durch IHN. Von JESUS sind wir abhängig aber nicht versäumt.

Von Pfr.i.R. Dietrich T. am .

Danke schön. Habe mir diese Andacht ausgedruckt. Besonders die Bonhoeffer Zitate haben ermutigt und gut getan. Ihnen von Herzen viel Kraft im Dienst des Herrn und weiterhin viel Gesundheit und Freude. Ihr Brd. in Christus, Dietrich T.


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