/ Wort zum Tag

Ein freudiger Anruf

Matthias Rapsch über Nehemia 8,10.

Seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.

Nehemia 8,10

In regelmäßigen Abständen ruft mich ein guter Bekannter an. Er meldet sich erst mal nicht mit Namen. Sein erster Satz am Telefon lautet: Die Freude am Herrn ist unsere Stärke.

Dieser Satz stammt aber nicht von meinem Bekannten, sondern von Esra. Er war Schriftgelehrter und Priester. Ein Teil seines Volkes war aus der Gefangenschaft freigelassen worden. In Jerusalem bauten sie den Tempel wieder auf. Doch bei der Stadtbefestigung - der Mauer - kam die Bautätigkeit zum Erliegen. Nehemia bekam die offizielle Erlaubnis des Perserkönigs, die Stadtmauer neu aufzubauen. Mit Gottes Hilfe und vielen Mitarbeitern gelang ihm das Werk in 52 Tagen.

Doch es sollte nicht beim äußeren Bauen bleiben. Der geistliche Aufbau lagen Nehemia und Esra sehr am Herzen. Darum versammelte sich das ganze Volk auf einem großen Platz. Esra sollte Gottes Wort - das waren damals die 5 Bücher Mose - laut vorlesen, auslegen und die Menschen daran erinnern. Das Wunder geschah: Als sie das Wort Gottes von Esra hörten, erkannten die Menschen ihre Schuld und die Folgen. Sie waren betroffen und weinten. Doch dabei sollten sie nicht stehenbleiben. Es gibt einen, der größer ist als unser Versagen. Es gibt eine Freude, die alle menschliche Schuld überragt. Es ist der heilige Gott, der mit seinen Leuten neu anfängt. Darum ruft es Esra den Menschen zu: Seid nicht bekümmert. Denn die Freude am Herrn ist eure Stärke. (Nehemia 8,10)

Ich weiß nicht, in welcher Situation Sie zurzeit stecken. Vielleicht schleppt sich in Ihrem Leben momentan auch manches nur mühsam dahin: Es scheint keine schnelle Lösung eines Konfliktes zu geben. Ihr Arbeitsplatz soll irgendwann wegfallen. Die Diagnose des Arztes und die bevorstehende Operation schauen alles andere als rosig aus.

Ja, und da sind Worte gefallen, die Sie vielleicht gerne zurücknehmen würden. Vielleicht haben Sie Dinge getan, die vor Gott und den Menschen nicht in Ordnung waren. Sie sind schuldig geworden. Das alles lastet wie ein schwerer Rucksack auf Ihnen. Wie gut, dass Gott uns die Gemeinschaft nicht aufkündigt. Wie gut, dass er sogar noch einen Schritt weitergeht als zu Zeiten Nehemias und Esras.

Er verlässt den Himmel bei Gott und wohnt unter uns. Jesus teilt unser Leben ganz. Er wird ein kleines Kind in der Krippe. Er wird ein junger Mann, der zwölf Freunde um sich sammelt. Er spricht Worte, die Menschen faszinieren. Er tut Wunder, heilt Kranke, speist Hungrige und weckt Tote auf. Dann geht er aufs Ganze: Er lädt unser ganzes Versagen, unsere Schuld und Sünde auf sich und stirbt stellvertretend für uns den Tod am Kreuz. Von dort breitet er die Arme aus und ruft uns zu: Kommt her zu mir alle, die ihr müde und beladen seid. Ich will euch erquicken, erfrischen und erneuern. Das alte ist vergangen und vergeben. Ihr dürft neu anfangen.

Wie geht das? Sie dürfen ihn beim Wort nehmen. Sie dürfen das, was Sie bedrückt und belastet vor Jesus ausschütten. Sie dürfen ihn um Vergebung bitten. Dann gilt Ihnen der Zuspruch: Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei (Johannes 8,36) Da kommt echte und bleibende Freude auf, die über diesen Tag und dieses Leben weit hinausreicht. Und sollten Sie jemals auch so einen Anruf bekommen, wie ich von meinem Bekannten, dann können Sie mit Gewissheit antworten: Ja, die Freude am Herrn ist auch meine Stärke.



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