/ Wort zum Tag

Das Kirchweihfest

Dorothee Döbler über Psalm 105,1.

Bibelvers

Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!

Psalm 105,1

Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!

Der Pfarrer meiner Kirchengemeinde liebt unser Kirchweihfest. Am Sonntagmorgen wird ein Festgottesdienst gefeiert. Am Nachmittag gibt die Organistin ein Orgelkonzert. Und dazwischen gibt es noch Kaffee und Kuchen für alle. Ich könnte das ja verstehen, wenn wir eine alte und traditionsreiche Kirche hätten. Aber unsere Kirche ist aus Beton gebaut und steht in einem Hochhausviertel.

Einweihungen, die wollen gefeiert werden, das verstehe ich. Auch die Bibel erzählt die Geschichte einer großen Einweihungsfeier.

König David hat Jerusalem zu seiner Hauptstadt gemacht. Dort soll nicht nur der Mittelpunkt der Verwaltung sein. Jerusalem soll auch zum geistlichen Zentrum werden. Wäre es nicht wunderbar, wenn die Bundeslade mit den Steintafeln der 10 Gebote in die neue Hauptstadt kommt?! David bereitet dieses Ereignis sorgfältig vor.

Ein neues Zelt für die Bundeslade wird aufgestellt. Die Träger der Bundeslade bereiten sich durch religiöse Übungen auf ihre Aufgabe vor. Die Sänger und Musiker studieren neue Lieder ein. Vor allem ein Lied, das extra für diesen Anlass komponiert wird. Es beginnt mit den Worten: Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!

Dann ist es soweit. Alle sind festlich gekleidet. Die Bundeslade wird in einer fröhlichen Prozession mit Musik und Tanz nach Jerusalem gebracht und dort in das Zelt gestellt. Es wird Gottesdienst gefeiert, und dann gibt es Brot und Kuchen für alle.

Ein Lied aber wird immer wieder gesungen und gespielt: Danket dem HERRN und rufet an seinen Namen; verkündigt sein Tun unter den Völkern!

David stellt Männer ein, die jeden Tag vor dem Zelt singen, Priester, die jeden Tag Gottesdienste dort feiern, und Wächter, die auf das Zelt mit der Bundeslade achtgeben. So sehr freuen sich die Jerusalemer, dass Gott jetzt in dieser Lade mitten unter ihnen wohnt! Es ist ihr Gott, dem sie es verdanken, dass sie hier, in Jerusalem, wohnen können. Es ist ihr Gott, der sie aus Ägypten geführt hat bisher hierher, ins Gelobte Land. Daran wollen sie sich immer erinnern und allen erzählen, was für wunderbare Dinge sie mit Gott erlebt haben.

Was ist heute von der Begeisterung geblieben? Grund zum Danken haben wir genug – wieviel Segen hat Gott schon über unsere Gemeinde gegeben. So viel haben wir zusammen erlebt und auch durchgestanden! Davon will ich gern erzählen. Und ich möchte die Menschen aus der Nachbarschaft einladen zum Gottesdienst, zur Musik und auch zu Kaffee und Kuchen. Ist da ein Kirchweihfest nicht genau der richtige Anlass?

Ich glaube, ich verstehe meinen Pfarrer jetzt besser.


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