/ Wort zum Tag

Auf zum Ziel

Harry Moritz über Philipper 3,13.

Bibelvers

Ich vergesse, was dahinten ist, und strecke mich aus nach dem, was da vorne ist.

Philipper 3,13

Im Philipperbrief des Apostels Paulus im 3. Kapitel, Vers 13 schreibt Paulus: „Ich lasse das, was hinter mir liegt, bewusst zurück, konzentriere mich völlig auf das, was vor mir liegt.“ Was liegt vor Paulus? Was meint er damit?  Was liegt vor mir? Was liegt vor Ihnen? Irgendwann einmal für uns alle das Ende unseres Lebens.

Jemand hat einmal den ziemlich herben Vorschlag gemacht: Jeder möge  mal – so von Zeit  zu Zeit – seinen eigenen Nachruf selbst verfassen – zu Lebzeiten. Zwei Seiten weißes Papier – und dann mal los! Was würde auf Ihren Blättern, was auf meinen stehen?! Die australische Palliativpflegerin Bronnie Ware schreibt in ihrem Buch: „5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen“ – Untertitel: „Einsichten, die Ihr Leben verändern werden“. „Der wahre Wert eines Menschen ist unabhängig von seinem Besitz, (…) Keinen meiner Pfleglinge hörte ich rückblickend klagen, er wünschte, er hätte mehr gekauft oder besessen, keinen einzigen. Vielmehr drehen sich die Gedanken Sterbender darum, wie sie ihr Leben gelebt haben, was sie getan haben und ob sie das Leben der Hinterbliebenen positiv beeinflusst haben (…) Die Dinge, die man zu brauchen glaubt, sind manchmal gerade die, die einen an ein unerfülltes Leben fesseln.“ Also: Geld und Besitz scheiden als Garant eines sinnvollen und erfüllten Lebens aus.

Aber was dann? Wo und wie gibt es erfülltes Leben? Ich glaube es schon, aber oft nur ziemlich theoretisch, viel zu wenig praktisch, dass bei Jesus das Leben ist. Ich vermute, mein Leben  und auch das unserer Kirchengemeinde würde noch ganz anders aussehen, wenn wir es wirklich verinnerlicht hätten: „Ja, Jesus, du bist die Quelle des Lebens.“ Paulus ist aus gutem Grund davon überzeugt, dass das stimmt. Unser Leben hat ein Ziel. Das Ziel ist, Jesus Christus zu kennen und mit ihm zu leben. Das Ziel ist, an der Kraft seiner Auferstehung Anteil zu haben. Wie eine Münze zwei Seiten hat, so hat dieses Lebensziel zwei Aspekte, die man nicht voneinander trennen kann. Auf der Vorderseite steht: Bei Jesus ist die Lebenskraft für heute. Unser Leben hat mit ihm eine neue Qualität. Auf der jetzt noch verdeckten Rückseite steht: Dieses Leben mit  Jesus hört nicht auf. Es geht mit ihm weiter, wenn wir hier auf der Erde einmal unseren letzten Satz gesprochen und unseren letzten Atemzug getan haben. Die Kraft der Auferstehung reicht für heute und bis ans Ende der Zeit. Das neue Leben startet im Hier und Jetzt und endet nicht, wenn wir unsere Augen auf dieser Erde für immer schließen. Jesus Christus ist nicht nur am Start und unter­wegs dabei. Er ist auch das Ziel.

Es geht heute in meinem Alltag und es geht einmal am Ende meines Lebens um nichts anderes, als um dieses eine: IHN, den aufer­standen Christus an meiner Seite zu wissen. Es geht darum, mit Gott, mit meinen Mitmenschen und mit mir selbst versöhnt zu leben und auch einmal sterben zu können. Was vor uns liegt, ist die Begegnung mit dem auferstandenen und wiederkommenden Herrn. Die Vorfreude auf die Begegnung mit Jesus lässt uns der Vergangenheit nicht nachtrauern.

Die Vorfreude, ihm zu begegnen, schenkt uns Mut und Kraft, unseren Lebensweg vertrauensvoll an seiner Hand zu gehen. Er hat uns versprochen, er bringt uns an sein gutes Ziel. Er sorgt dafür, dass wir bei ihm  zu Hause ankommen. Unbeschreiblich schön wird es mit ihm und bei ihm sein. Gott sei Dank!

 


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