/ Wort zum Tag

Auf Gott ist Verlass

Sigrun Teßmer über 2. Korinther 1,10.

Bibelvers

Aus großer Todesnot hat er uns errettet und wird er uns erretten; auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt.

2. Korinther 1,10

Es war bei einer Bergwanderung. Irgendwie war ich auf ein Geröllfeld gekommen. Ich weiß nicht, ob ich den falschen Weg erwischt hatte, aber ich war nun mal dort. Und nun versuchte ich, mich vorsichtig von diesem Geröllfeld wegzubewegen. Dahin, wo es wieder sicher aussah. Eine Wiese war dort. Als ich bei der Wiese angekommen war, sah ich ein Schild, und darauf stand - von der anderen Seite allerdings - man sollte nicht weitergehen, wegen Lebensgefahr. Da wurde mir nachträglich noch ganz heiß.

Hat Gott mich aus dieser Gefahr gerettet? - könnte ich mich fragen - oder war ich einfach umsichtig genug und hab mich rechtzeitig - vorsichtig - aus der Gefahrenzone begeben? Auf jeden Fall bin ich heil aus der Situation herausgekommen.

Der Apostel Paulus schreibt im 2. Korintherbrief Kapitel 1, Vers 10: Aus großer Todesnot hat er uns errettet und wird er uns erretten; auf ihn haben wir unsere Hoffnung gesetzt.

Paulus meint damit: Gott war es. Er hat uns errettet. Er wird uns auch in Zukunft erretten. Auf Gott haben wir unsere Hoffnung gesetzt.

Geht es Ihnen so ähnlich wie mir? Große Todesnot gehört nicht zu dem, was ich täglich erlebe und empfinde. Ja, manche Leute aus einer anderen Generation - Leute, die den Krieg miterlebt haben, die Flucht erlebt haben, die können aus Erfahrung von großer Todesnot sprechen.

Auch der Apostel Paulus. Er war im 1. Jahrhundert unterwegs im Mittelmeerraum und predigte von Jesus. Nicht alle seine Zuhörer waren ihm wohlgesonnen. Es gab verschiedene Situationen, in denen es wirklich um Leben und Tod ging. Er kam ins Gefängnis, wurde sogar gesteinigt, und als die Leute glaubten, er sei tot, ist er wieder aufgestanden. Und dieser Paulus ist es, der sagt: Gott hat uns errettet aus Todesnot. Paulus schließt daraus: Das wird er auch in Zukunft tun.

Für mich ist das erst einmal ein ganz schön großer Abstand. Paulus ist weit weg, und solche schlimmen Erlebnisse kenne ich - Gott sei Dank - persönlich nicht. Doch was ich kenne, ist diese Erfahrung: Ein Erlebnis mit Gott in der Vergangenheit stärkt das Vertrauen zu ihm auch für die Zukunft.

Auf meinem persönlichen Lebensweg habe ich erlebt: Gott hat mir nie zu früh, aber auch nie zu spät gezeigt, was als nächstes dran war. Ja, es war wirklich nie zu spät. Und so ist in mir das Vertrauen gewachsen. Ich konnte dann auch in neuen Situationen vertrauen. Ich wusste: Gott wird schon rechtzeitig die nächsten Weichen stellen. Und nie wurde ich enttäuscht.

Wenn der Apostel Paulus von Errettung aus Todesnot spricht, dann muss ich allerdings auch noch an eine andere Todesnot denken als nur die körperliche. Denn dass Gott unseren Körper vor dem Tod verschonen würde, steht nirgends in der Bibel. Allerdings gibt es noch einen anderen Tod, der uns bedroht - nämlich der Tod als ewiger Tod. Als Trennung von Gott - für immer.

Ich weiß gar nicht, aus welchen natürlichen Todesgefahren Gott mich schon gerettet hat. Ich weiß nicht, ob das Geröllfeld so eine Todesgefahr war. Aber irgendwann werde ich sterben. Doch ich weiß, dass Gott mich vor dem ewigen Tod - vor dieser Todesnot - retten wird. Denn dafür ist Jesus auf diese Welt gekommen. Er hat den Tod besiegt. Er hat die Trennung von Gott überwunden. Durch ihn ist der Weg frei zum Vater im Himmel.

Darauf darf ich meine Hoffnung setzen. Und Sie auch.



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Kommentare

Von Sigrun Teßmer am .

Lieber Herr G.
ja, es ist so, das nicht jeder Christ aus Todesnot errettet wird. Und doch bin ich überzeugt, dass Gott auch in unserem Leben eingreift. Wir können allerdings nicht bestimmen, bei wem und wie oft er das tun möchte. Doch wenn er es bei mir tut, gibt mir das wieder eine neue Erfahrung mit Gott, die mein Vertrauen weiter stärkt. Ein Gespräch mit Angehörigen ist eine völlig andere Situation. Da hilft es, miteinander zu beten, zu klagen, einander zuzuhören.
Gott ist derselbe, aber unsere Lebenssituationen sind unterschiedlich.

Von Verena W. am .

In Jakobus 1,5 steht Gott gibt Weisheit, dem der bittet. Ich durfte Gottes Eingreifen in meinem Leben schon oft erkennen und erfahren. Ebenfalls als tröstlich empfinde ich es, mich in schweren Zeiten daran zu erinnern.

Von Ruth N. am .

Manchmal ärgert es mich, dass Gott "parteiisch" ist, denn er ergreift ja nicht nur für die "Guten" Partei, die die ich verurteile. Doch dann freue ich mich und bin traurig über meine Vorurteile anderen gegenüber.Denn Gott hat uns schon geliebt als wir noch Sünder waren. Auch mich. Gott sei Dank. Und er in seiner Liebe darf ich liebesfähig werden. ;-)

Von Ilona B. am .

Lieber Herr G.,
natürlich ist Gott "parteiisch" (wenn Sie es so nennen möchten). Er steht voll und ganz auf unserer Seite! Er hat einen guten Plan für uns und ganz individuell für jeden Einzelnen. Es gibt eigentlich nichts in unserem Leben was nicht mit ihm zu tun hat weil er der Schöpfergott ist. Die Bibel ist da sicherlich ein gutes Instrument aber nicht das Einzige. Gott ist aktiv im Leben von allen ob sie an ihn oder daran glauben oder nicht.

Von Siegfried G. am .

Liebe Frau Teßmer
Mit ihre Auslegung zu 2 Korinther 1,10 damit kann ich nichts anfangen. Da wäre Gott ja parteieisch. Wie viel Kinder und Menschen sterben an Hunger oder kommen durch einen dritten ums Leben. Was sagen sie Angehörigen denen durch ein Gewaltverbrechen ein Kind verloren haben?
Nein Gott ist nicht parteiisch und erkreift Aktiv nicht in unser Leben ein.
Aber eine Hoffnung haben wir doch alle!! Durch den Tod Jesu wurde der Weg frei gemacht für ein besseres Leben nach dem Tod. Im mehr


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