/ Wort zum Tag

Adventslieder

Eckhard Schaefer über Lukas 1,76-78.

Bibelvers

Zacharias sprach: Du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gotte

Lukas 1,76–78

Es wird zu keiner Jahreszeit so viel gesungen wie in der Adventszeit. Lieder gehören zum Advent. Ich kann mich auch gar nicht besser einstimmen auf Weihnachten als mit Liedern. Mit das älteste Adventslied hat vor mehr als 2000 Jahren ein alt gewordener Priester angestimmt. Zacharias ist sein Name. Ein altes Lied, aber nicht veraltet.

Was bringt Zacharias zum Singen? Antwort: Die Geburt seines Sohnes Johannes, der später den Beinamen „der Täufer“ erhält. Diese Geburt erfüllt Zacharias mit so tiefer Dankbarkeit, dass er seiner Freude mit einem Lobgesang Luft machen muss.

Erstaunlich aber ist, dass seine Worte sich in erster Linie nur am Rande um die eigene  wundersame Familiensituation drehen. Es war wirklich ein Wunder, dass Gott ihm und seiner Frau Elisabeth noch in hohem Alter einen Sohn geschenkt hat. Die ganze Nachbarschaft ist auf den Beinen und freut sich mit (Lukas 1,58). In diesem Augenblick ist für Zacharias aber etwas anderes noch wichtiger. Er weiß, sein Sohn, dieses neugeborene kleine Baby, wird einmal das Kommen des Retters ankündigen und Israel zu seinem Gott zurückrufen.

„Gott hat uns besucht“, ruft der Priester den erstaunten Nachbarn zu. Unfassbar. Ein  überraschender Besuch damals. Und heute genauso aktuell wie damals. Zacharias singt: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.“ (Lukas 1,68).  Und sein Sohn Johannes soll diesen Besuch Gottes in der Welt vorbereiten.

Eine Strophe aus diesem ersten Adventslied lautet: „ Und du, Kind, wirst Prophet des Höchsten heißen; denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten. Du wirst sein Volk mit der Erfahrung des Heils beschenken in der Vergebung seiner Sünden. Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“  (Lukas 1,76-78 Einheitsübersetzung)

Als Zacharias das sagte, ist Jesus, der Retter, noch nicht geboren. Er ist aber schon unterwegs zu uns. Maria trägt ihn bereits unter ihrem Herzen. Zacharias kann es im Auftrag Gottes schon jetzt verkünden: „das aufstrahlende Licht aus der Höhe wird uns besuchen“. Später nimmt dann Petrus diesen Ton auf : „Gottes Wort scheint uns wie ein Licht am dunklen Ort… bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen“ (2.Petrus 1,19) Und Christen singen und bekennen bis heute: „Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn… von Gott kommt mir ein Freudenschein.“  Adventslieder und Licht, das gehört zusammen. Deshalb zünden wir Kerzen an. Wenn Licht alle Dunkelheit vertreibt, dann müssen wir nicht mehr auf unserem Lebensweg stolpern. Gottes Licht leuchtet uns sicher nach Hause.  Das ist ein Grund zum Singen. Nicht nur für Zacharias. Auch für uns. Wenn doch auch unsere Herzen von dieser Adventsfreude bewegt würden. Dann könnten wir gar nicht anders als ein Loblied auf den erbarmenden Gott und den verheißenen Messias anzustimmen, denn  „Er ist die rechte Freudensonn, bringt mit sich lauter Freud und Wonn. Gelobet sei mein Gott!“


Kommentare

Von Pfr.i.R. Dietrich T. am .

Danke für den Zuspruch und die Ermunterung zum Loblieder singen. Grüßen Sie und wünschen auch eine gesegnete Adventswoche. Wenn ich richtig höre, stammen Sie , lieber Bruder, aus dem Norden. Ich bin nach der Flucht aus Stettin in Rostock aufgewachsen und höre immer sofort, ob ein Mitbürger aus dem Norden stammt. Natürlich gibt es da noch Unterschiede im Dialekt.


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