/ Wort zum Tag

Eine Geländekarte

Matthias Rapsch über Hebräer 2,1.

Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben.

Hebräer 2,1

Ich war mit meiner Gruppe junger Erwachsener eine Woche lang mit Kanus in Schweden unterwegs. Zu Beginn jeder Etappe war eine genaue Lagebesprechung nötig. Jedes Bootsteam erhielt eine Fluss- und Geländekarte, worauf auch die einzelnen Rast- und Lagerplätze eingezeichnet waren. Bei dem Gewirr an Flussläufen und Seen war das absolut notwendig. Sonst hätte die Gefahr bestanden, an den jeweiligen Zielen vorbeizutreiben. Was für eine Kanutour gilt, gilt auch für unser Leben als Christen. Der Hebräerbrief ermutigt die Gemeinden und uns, auf die Geländekarte zu achten und zu hören. Das ist das lebendige Wort Gottes - die Bibel.

Darum sollen wir desto mehr achten auf das Wort, das wir hören, damit wir nicht am Ziel vorbeitreiben. Hebräer 2,1

Der Verfasser denkt dabei in zwei Richtungen. Die eine ist die Mitte und das Ziel: Jesus Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Ihn sollen wir kennenlernen und ihm begegnen. Ihm sollen wir unser ganzes Leben anvertrauen. Der ganze Plan Gottes mit seinen Menschen zielt auf diesen Höhepunkt, nachdem Gott vorher auf vielerlei Weise geredet hat.

Gott hat durch Jesus sein Gesicht gezeigt, sein Herz geöffnet und Sie und mich eingeladen. Das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns. Wörtlich heißt es hier sogar: zeltete unter uns. So nah ist uns der heilige lebendige Gott durch Jesus gekommen. Er will Gemeinschaft mit uns. Halten wir unser Leben mit allen kleinen und großen Sorgen ihm hin. Reden wir mit ihm. Die Bibel nennt das Gebet. Wir dürfen ihn ganz einfach bitten, in unser Leben zu kommen. Das ist der Anfang, zu dem ich Sie herzlich einlade.

Die andere Stoßrichtung betont, wie sich das neue Leben mit Jesus Christus entfalten kann. Damals wie heute erleben wir täglich Herausforderungen. Die Grundwahrheiten der Bibel werden in Frage gestellt. In vielen gesellschaftlichen Bereichen spielen Gott und sein Wort keine Rolle mehr. Auch Christen stehen in der Gefahr, sich vom Zeitgeist und was man so glaubt, denkt und tut bestimmen zu lassen.

Doch Jesus Christus will unser Leben in allen Bereichen gestalten. Deshalb ist es gut, dass wir - so wie heute an diesem Tag - uns ein paar Minuten Zeit nehmen, um auf seine Stimme zu lauschen. Wenn wir die Bibel aufschlagen, dürfen wir bitten: Herr, lass mich hören, wie ein Jünger hört. Öffne Du mir meine Ohren, meine Augen und mein Herz. Ein Jünger ist ein Lehrling, ein Auszubildender. Ein Azubi schaut seinem Meister über die Schulter. Er lernt durch Nachmachen. Wir hören und sehen in der Bibel, wie Jesus Menschen liebevoll begegnet, wie er betet, wie er mit Sorgen umgeht, wie er Kinder segnet, wie er Menschen bevollmächtigt und begabt. Entdecken und Nachmachen heißt dann die Devise.

Dazu brauchen wir regelmäßig Termine und eine gemeinsame mobile geistliche Lehrlingswerkstatt. Der Verfasser des Hebräerbriefes bezieht sich ganz bewusst mit ein und spricht vom „Wir“. Darum sollen wir desto mehr achten. Das ist eine Einladung an Sie und mich: Tun Sie sich mit anderen zusammen. Das geht auch über Telefon und Internet. Tauschen Sie sich aus über das gehörte Bibelwort und fragen Sie am Ende: Was ist jetzt unser nächster Schritt? Was haben wir zu tun? Was wollen wir davon in den nächsten Tagen umsetzen?

Jesus sagt in der Bergpredigt: „Wer diese meine Rede hört und tut sie, der gleicht einem klugen Mann, der sein Haus auf Fels baute“ (Mt.7,24)

Und dann können Sie entdecken, wie Freude aufkommt, wenn Sie sich beim nächsten Treffen im Bibelkreis oder Hauskreis berichten, was Sie erlebt haben.

So ging es uns auf unserer Kanutour, als wir alle wohlbehalten am Lagerplatz ankamen und uns am Lagerfeuer von den Abenteuern erzählten.



Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren