/ Wort zum Tag

Dranbleiben!

Rainer Dick über Markus 10,49.

Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!

Markus 10,49

Haben Sie schon einmal verzweifelt versucht, jemanden anzurufen, weil Sie etwas Wichtiges loswerden wollten? Und dann kamen Sie nicht durch. Immer war besetzt. Aber Ihr Anliegen duldete keinen Aufschub. Was haben Sie gemacht? Selbstverständlich immer wieder versucht, mit Ihrem Anruf durchzukommen.

Ähnliches geschieht am Ortsausgang von Jericho. Wir lesen darüber in Markus 10, Vers 49:

„Jesus blieb stehen und sprach: Ruft ihn her! Und sie riefen den Blinden und sprachen zu ihm: Sei getrost, steh auf! Er ruft dich!“

Die Spannung für den blinden Bettler da am Ortsausgang muss unerträglich gewesen sein:

Er hatte gehört, dass Jesus durch Jericho zog. Und von Jesus hatte er gehört, dass der in der Kraft Gottes heilte. Und nun war Jesus in der Nähe. Diese Chance wollte sich der Blinde nicht entgehen lassen. Mit lauter Stimme fängt er an, nach Jesus zu rufen. Ob er ihn hört?

Zunächst hören das Schreien nur die Wegbegleiter von Jesus. Und sie sind empört über die Störung ihrer Wallfahrt. Ärgerlich verbieten sie ihm den Mund. Doch wenn die Hilfe so nahe ist, lässt sich der Bettler von ein paar Ordnungshütern den Mund nicht verbieten. Er legt in der Lautstärke noch zu und schreit Jesus um Hilfe an.

„Sohn Gottes“ nennt er ihn sogar, Messias. Ob der ein Ohr und ein Herz für die Nöte eines Menschen hat, der ihm nachruft?

Jesus hat. Er ist doch unterwegs, „zu suchen und zu retten, was verloren ist“. (Vgl. Lukas 19,10) Er hat doch versprochen: „Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, will ich mich von euch finden lassen.“ (Vgl. Jeremia 29) Der Ruf des Bettlers findet bei Jesus Gehör. Wenn jemand nach ihm ruft, hört er – bis heute.

Jesus geht an der Not eines Menschen nicht achtlos vorüber. Für die Belasteten und Hilflosen ist er da. Bei ihm haben sie mit ihren Anliegen ihren Platz. Er ist der Heiland der Welt.

Ich weiß nicht, ob Sie sich heute mit besonderen Lasten abmühen. Aber eines weiß ich: Wenn Sie nach Jesus rufen, wendet er sich Ihnen zu. Er hört Sie und ist bereit, Ihnen zu helfen. Alle Not dieser Welt können wir bei Jesus loswerden. Er nimmt sie ab und auf sich.

„Sei getrost, steh auf. Er ruft dich!“ Der große Helfer ist nur ein Gebet weit von uns entfernt. Hören Sie nicht auf, nach ihm zu rufen.

Martin Luther ist auch mit markigen Aussagen bekannt. Er hat einmal gesagt: „Wir sollen Gott seine Verheißungen in die Ohren reiben.“ D.h.: Gott im Gebet nachdrücklich in den Ohren liegen, dass er doch unser Helfer und Heiland ist.

Der blinde Bettler in Jericho macht das vorbildlich. Und Jesus nennt dieses Verhalten „Glauben“. So heißt es am Schluss des Berichtes in Markus 10.

Jesus hört unser Rufen. Und er ruft uns zu sich. Es gibt für uns keinen besseren Platz als bei dem Sohn Davids, dem Retter Jesus.

Während meiner Ausbildungszeit war ich Praktikant in einem Kinderheim der Brüdergemeine in Herrnhut. Aus dem Gesangbuch der Brüdergemeine ist mir ein Vers im Gedächtnis geblieben. Er könnte die Haltung des Mannes aus Jericho ausdrücken: „Im Glauben und Vertrauen ins Herz des Vaters schauen, ganz kindlich vor ihn treten – das heißt erhörlich beten.“ Das ist doch ein gutes Programm für den neuen Tag. Finden Sie nicht auch?



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