/ Wort zum Tag

Lange angekündigt, endlich da

Wolf-Dieter Kretschmer über Jesaja 53,12.

Er hat die Sünde vieler getragen, und für die Übeltäter trat er ein.

Jesaja 53,12

Schon viele Jahrhunderte lang hallte das Versprechen durch die Geschichte. Eigentlich seit den frühesten Tagen der Menschheitsgeschichte ist es klar: Ein Retter wird kommen! Gott wird ihn schicken, damit das, was im Argen liegt, wieder in Ordnung gebracht werden kann.

Menschen haben diese Ankündigung gehört und der Botschaft geglaubt. Sie haben gehofft und sich die bange Frage gestellt: Wann wird es endlich so weit sein? Werde ich es erleben, wenn Gott den verheißenen Erlöser schickt? Bin ich dabei, wenn alles wieder gut wird?

Dann trat der Prophet Jesaja auf. Auch er sprach vom Retter Gottes. Aber irgendwie klang das bei ihm anders.

Jesaja redete nicht von dem, was die Leute sich vorstellten. Nicht von einem mächtigen politischen Herrscher vom Kaliber eines Königs David und auch nicht von der Befreiung aus feindlicher Unterdrückung. Jesaja prophezeite vielmehr, dass Gottes Hilfe völlig anders aussehen würde als zunächst gedacht.

Im 53. Kapitel des nach Jesaja benannten Buches beschreibt der Prophet in prägnanten Bildern den kommenden Retter. Dieses Kapitel beinhaltet eine der wichtigsten Vorhersagen des Alten Testaments. Dort heißt es, ich zitiere:

„Er hat die Sünden vieler getragen, und für die Übeltäter trat er ein“ Jesaja 53,12.

Liest man die vorangehenden Verse 1 bis 11, wird deutlich, dass hier von jemandem die Rede ist, der nicht von politischer Unterdrückung befreit, sondern von Sünde und ihren Folgen im persönlichen und gesellschaftlichen Umfeld.

Jesaja macht deutlich: Gott wird nicht an den Symptomen kurieren. Nein, er wird sich des grundsätzlichen Problems annehmen. Er schickt den Erlöser, der dieses Problem überwinden kann.

Was von Jesaja angekündigt wurde, ist mehrere Jahrhunderte später Wirklichkeit geworden. Mit Jesus Christus hat Gott sich eingemischt. Er ist Mensch geworden und hat höchstpersönlich für eine angemessene Lösung gesorgt. Und damit ist es genauso gekommen, wie Jesaja das vorhergesehen hatte: Jesus hat die Sünden der vielen auf sich genommen und ist für die Übeltäter eingetreten.

Aber der seinem Volk von Gott Versprochene hat noch mehr möglich gemacht. Mit Jesus Christus ist Gottes Heil über die Grenzen der jüdischen Nation hinaus bis zu Ihnen und mir gedrungen. Gottes Heil gilt in gleicher Weise für mich und für Sie.

Ich kann Jesajas Feststellung zu meiner machen und Sie können das für sich genauso sagen: Jesus hat meine Schuld getragen. Er ist für mich eingetreten.



Ihr Kommentar

Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Alle Kommentare werden redaktionell geprüft. Wir behalten uns das Kürzen von Kommentaren vor. Ein Recht auf Veröffentlichung besteht nicht.

Das könnte Sie auch interessieren