/ Wort zum Tag

Im Auftrag Gottes unterwegs

Helmut Heiser über Matthäus 9,35.

Jesus zog umher in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen.

Matthäus 9,35

Kraftvoll wird die Lebendigkeit der wenigen Jahre charakterisiert, in denen Jesus als Mensch unter uns Menschen unterwegs war. Mit seinem Wandern von Ort zu Ort fing alles an.

„Hast du ihn schon gesehen? Hast du mit ihm gesprochen?“ – so oder ähnlich werden sich die Menschen gegenseitig gefragt haben, als er unterwegs war in ihren Städten und Dörfern.

Immer mehr wurden es mit der Zeit, die ihn sehen und hören wollten. Einer namens Zachäus kletterte sogar auf einen Baum, ihn zu sehen. Wegen der vielen Menschen, die Jesus begleiteten, war dies die einzige Möglichkeit, ihn zu sehen. Ein anderer rief laut: „Herr, hilf mir“, damit er wahrgenommen wurde. Wieder andere suchten theologische Streitgespräche mit ihm und diskutierten bis in die Nacht.

Als Wanderprediger des Evangeliums möglichst vielen Menschen zu begegnen, ihnen Gottes Liebe nahezubringen, das Himmelreich Gottes zu erschließen und zur Nachfolge einzuladen, war Jesus unterwegs in den Städten und Dörfern.

Er lebte nicht zurückgezogen an einem einzigen Ort, um die die Menschen zu sich kommen zu lassen. Dann hätte es bestimmt manche Begegnungen mit ihm gar nicht gegeben. Und nach seinem Tod und seiner Auferstehung wäre dann vielleicht nur ein einziges religiöses Zentrum als Heiliger Ort entstanden. Das war aber gar nicht seine Absicht.

Vielmehr wandte er sich sehr aktiv den Menschen zu. Er suchte sie auf in ihren Häusern. Er sprach sie an und rief einzelne in seine Nachfolge.

Schon als Zwölfjähriger, so berichtet der Evangelist Lukas, sorgte er in Jerusalem für Aufsehen, als er mitten unter den Lehrern im Tempel zu finden war. Erwachsen geworden, hat er die örtlichen Gottesdienste, wie es der Tradition entsprach, nicht nur besucht, sondern sich sehr lebendig an ihrer Gestaltung beteiligt.

Er predigte dort das Evangelium vom Himmelreich Gottes, das mit ihm gekommen war. Er lud zur unmittelbaren Gemeinschaft mit Gott ein, dessen Willen zu tun, dessen Liebe zu leben sei. Diese neue Auslegung des Gesetzes wurde zu einem wesentlichen Grund für die Auseinandersetzung mit den Pharisäern. Sie berieten untereinander, wie sie ihn umbringen könnten.

Jesus lebte das, was er lehrte. Bei ihm gab es keine Trennung zwischen Lehre und Leben, wie es den Pharisäern vorgeworfen werden konnte. Jesus warf ihnen vor: „Sie binden schwere Lasten zusammen, die kaum zu tragen sind. Die legen sie den Menschen auf die Schulter. Aber sie selbst wollen keinen Finger krumm machen, um sie zu tragen.“ (Mt. 23,4 Basisbibel)

Jesus war nicht gekommen, um den Menschen Lasten aufzulegen, sondern sie von ihrer Schuld zu befreien und zu entlasten! Er sprach an alle die große Einladung aus, die auch uns heutigen Menschen gilt:

„Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch abmüht und belastet seid! Ich will euch Ruhe schenken.29Nehmt das Joch auf euch, das ich euch gebe. Lernt von mir: Ich meine es gut mit euch und sehe auf niemanden herab. Dann werden eure Seelen Ruhe finden.“ (Mt. 11,28 Basisbibel)

Es wird von Menschen berichtet, die diese Einladung annahmen. Sie wurden durch Jesus an Leib und Seele geheilt und fanden Heil und Leben in ihm. Seine Verkündigung des Himmelreiches war untrennbar mit der Befreiung von leiblichen und seelischen Nöten verbunden und brachte den Menschen neues Leben. Mit ihm, dem Sohn Gottes, war ja das Leben, das Licht und die Liebe Gottes erschienen.

Bis heute ist die von Jesus verkündigte Botschaft die gute Nachricht von Gott. Sie ist eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt. Sie schenkt uns den Frieden, die Gerechtigkeit und Liebe Gottes. Sie entlastet, sie versöhnt und bringt Heil und Segen.

Mit dieser heilsamen Botschaft, die alle Lebensbereiche umfasst, können wir als Christen heute dem Beispiel Jesu folgen und zu unseren Mitmenschen unterwegs sein.



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