/ Wort zum Tag

Nicht vergessen!

Helmut Heiser über 5. Mose 8,12.14.

Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst.

5. Mose 8,12.14

Ein altes - aber bis heute sehr aktuell gebliebenes Wort Gottes scheint sehr hell über unserem Leben auf dem Hintergrund der Geschichte Israels auf. Als Israel auf dem Weg in das gelobte Land war, hatte es mit sehr widrigen Verhältnissen, Hunger und Mangel zu kämpfen. Nur getragen von der Verheißung Gottes und durch seine Hilfe konnte Israel sich immer wieder aufraffen, Stück um Stück weiterzugehen. Denn einmal angekommen, sollte es endlich für alle genug geben. Auch an dem von Gott verheißenem Wohlstand, Frieden und Sicherheit.

Das gab Kraft, wieder weiterzugehen und mit Gott auf dem Weg zu bleiben. Sie träumten alle davon, einmal richtig satt zu werden, eigene Häuser zu bauen und endlich genießen und es sich rundherum gutgehen zu lassen! Dieses Ziel sollte unbedingt erreicht werden.

In diese Zukunftsgedanken meldet sich nun unverhofft die warnende Stimme Gottes zu Wort. Hören Sie, worauf es Sie aufmerksam macht:

"Wohlstand kann gefährlich werden: Du isst und wirst satt. Du baust dir wunderschöne Häuser und wohnst darin. Dann kann dein Herz überheblich werden, und du vergisst den Herrn, deinen Gott.“

Verstehen Sie das nicht falsch: Hier wird kein Wasser in den Wein gegossen, hier fällt kein Raureif auf die Blüte, die zur reifen Frucht wachsen soll. Es bleibt ja dabei: Gott ist ein Liebhaber des Lebens und hat genug für alle geschaffen. Mit Dankbarkeit und Freude kann genossen und geteilt werden, was er auf dieser fruchtbaren und schönen Erde wachsen und gedeihen lässt.

Das menschliche Herz kann sehr schnell vergessen, woher alle diese guten Gaben kommen. Doch Wohlergehen ist keine Selbstverständlichkeit und einen Anspruch auf Wohlstand gibt es nicht. Gott macht auf die Gefahr der Gedankenlosigkeit aufmerksam, die sich rasch einstellen kann, wenn der Bauch voll und die Wohnsituation komfortabel ist. Rasch kann vergessen werden, ihm dafür zu danken und mit anderen zu teilen.

Ist von allem genug da, dann gilt es, dafür zu sorgen, verantwortlich, nachhaltig und gerecht mit den guten Gaben Gottes umzugehen.

Nachdem Israel das verheißene Land erreicht hatte, haben in der späteren Geschichte Israels die Propheten immer wieder auf die Gottesvergessenheit und daraus resultierende, bittere Missstände hinweisen müssen. Der Prophet Micha etwa erinnerte daran: „Es wurde dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Gottes Wort halten, Liebe üben und in Demut den Weg mit deinem Gott gehen.“ (Micha 6,8)

Menschen verfügen oft wie selbstverständlich und selbstherrlich über die Mittel und Möglichkeiten ihres Lebens, ohne darüber nachzudenken, ob ihr Lebensstil der Liebe Gottes zu seiner gesamten Schöpfung und der Zukunft unseres Planeten Erde entspricht! Das erzeugt Ungerechtigkeit und führt zu Unfrieden.

In unserer Zeit und unserem Land leben wir im Vergleich zu anderen Ländern in Wohlstand und Frieden. Gerade jetzt können wir Christen zeigen, dass unsere Herzen nicht überheblich geworden sind. Wir können sorgfältig unser Leben mit Gott gestalten und in einer global gewordenen Welt bewusst lokal, gerecht und nachhaltig konsumieren.



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Kommentare

Von Verena W. am .

Danke für die Erinnerung ans "danken. "
Im Alltag kann das "Tischgebet" dazu dienen, nichts als selbstverständlich hinzunehmen, und den Dank ganz bewusst vor Gott auszusprechen.


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