/ Wort zum Tag

Vollmacht und Fürsorge des gekreuzigten Christus

Heinz-Günther Brinken über Lukas 23,42-43.

Der Übeltäter sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Lukas 23,42–43

Der Karfreitag in der nächsten Woche ist ein guter Tag. Er erinnert uns an das Sterben von Jesus Christus am Kreuz. In der englischen Sprache heißt der Karfreitag: „Good Friday, guter Freitag“. Die Begründung dafür, warum der Karfreitag gut ist, finde ich in dem Wortwechsel zwischen Jesus und einem zweiten Mann am Kreuz.

Er ist aufgeschrieben im Lukasevangelium, Kapitel 23, Vers 42 und 43: Der Übeltäter sprach: Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradies sein.

Wer bin ich und welche Gedanken kommen mir, wenn ich diese beiden Sätze auf mich wirken lasse? Ich sehe den Verbrecher, der erkannt hat, dass dieser Jesus neben ihm unschuldig ist. Ja, mehr noch, ausgerechnet bei Jesus, der auch bald sterben wird. Aber bei ihm ist die Rettung für ein neues Leben zu erwarten.

Ich sehe Jesus am Kreuz. Er spricht vom Paradies. Im Kontrast dazu sehe ich Blut, Schweiß und Schmerzen bei Jesus und den beiden anderen Männern am Kreuz.

Und ich höre die Bitte des Mannes: “Denk an mich!“ Als ob es nichts Wichtigeres gäbe, als an einen gemeinen Verbrecher zu denken! Jesus nimmt die Bitte auf, mehr noch, er stiftet eine neue Gemeinschaft. Du wirst bei mir sein im Paradies, im Himmel, ja, bei Gott. Das ist eine feste Zusage von Jesus.

Es ist eigentlich so einfach zu sagen: Bitte denk an mich, Jesus. Und doch so schwer. Angst, Sorge, Schmerz und Trauer können so groß sein, dass der Gedanke an Gott kaum noch Platz hat. Der Verbrecher aber macht es vor: Denk an mich. Und Jesus sagt ihm zu: Du wirst nicht alleine sein. Im Leben nicht und im Tode auch nicht. Jesus macht Ernst mit der Gottesgemeinschaft, sie gilt dem üblen Verbrecher genauso wie Ihnen und mir.

Das alles wäre ohne die Realität der Auferstehung Jesu vom Tod undenkbar.

Die Realität der Auferstehung von Jesus Christus hat reale Folgen für mein Sterben und mein Leben.

„Jesus Christus, bitte denke an mich“, sagte der Mann wenige Stunden vor seinem Sterben. Diese Bitte kann es auch für uns zu verschiedenen Zeiten unseres Lebens geben. Sozusagen mitten im Leben kann diese Bitte oder auch die Frage überraschend auftauchen. Vor zwei Jahren fragte mich eine Konfirmandin: Was ist mit mir, wenn ich gestorben bin? Was geschieht mit mir? Wer ist dann da für mich?

Fragen wie diese sind so elementar, sie lassen sich nicht verdrängen. Es geht dabei um Sinn, Trost und Ziel für unser Leben. Diese Fragen werden wir nicht los. Die Antwort darauf von Jesus bleibt nicht nebulös. „Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.“

Ich bitte Jesus: „Jesus Christus, bitte denke an mich, wenn ich aus meinem irdischen Leben herausgerufen werde.“ Und Jesus antwortet mir: „Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“ Und auch das ist für mich damit gemeint: Jesus Christus denkt mitten im Leben, in meinem Alltag an mich, darauf vertraue ich. Durch Jesus Christus empfange ich im Alltagsleben die Ermutigung durch den Heiligen Geist. Es ist der Heilige Geist, mit dem Gott Jesus vom Tod auferweckt hat. Und durch ihn werde ich persönlich mit Jesus Christus verbunden. Jeden Tag neu stärkt der Heilige Geist mein Vertrauen auf Jesus!



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Kommentare

Von Gerlinde am .

Lieber Herr Pfarrer Brinken, danke für die Auslegung. Es ist für mich einer der tröstlichsten Sätze von Jesus. Er gibt mir Mut und Zuversicht auch wenn ich nicht so vollkommen bin wie ich gerne sein möchte. Vielen Dank nochmal für diese Stärkung .


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