/ Wort zum Tag

Gottes Gnade genügt

Janine Haller über 2. Korinther 12,9.

Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir.

2. Korinther 12,9

Einmal kam unser Sohn von der Schule nach Hause und fragte: „Mama, was ist das stärkste Tier auf der Erde?“ Bei so einer Fragestellung werde ich immer hellhörig. Ich dachte mir, dass es Elefanten sicher nicht seien. Doch auch nach mehrmaligem Raten war es immer die falsche Antwort. Schließlich erklärte mir mein Sohn: „Es sind Schnecken, denn die können sogar ihr Haus auf dem Rücken tragen.“

Ich bin froh, muss ich nicht mein Haus und vor allem Besitz die ganze Zeit auf dem Rücken tragen. Doch es gibt noch ganz andere Last, die ich mit mir rumtrage. Und nicht nur ich. Jeder hat sein Päckchen zu tragen, heißt es im Volksmund.

Wird dieses Päckchen, diese Last, zu schwer und zu viel, kann es einem vorkommen, als ob das Leben zu viel von mir abverlangt. In solchen Momenten hilft Gottes Zuspruch.

Der heutige Tagesvers steht im 2. Korintherbrief. Im ersten Teil des Verses beschreibt Paulus, wie Gott zu ihm sagt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst! Denn gerade wenn du schwach bist, wirkt meine Kraft ganz besonders an dir.“ Und im zweiten Versteil zieht Paulus seine Schlüsse aus diesem Zuspruch und schreibt: „Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein. Dann nämlich erweist sich die Kraft von Christus an mir.“ (2. Korinther 12,9 HFA)

Schon alleine das Hören dieser Worte lässt meine Seele ruhiger werden. Gott weiß ganz genau, dass es immer wieder Augenblicke geben wird, in denen ich mich schwach fühle. Momente, in denen ich mich der Welt und ihren Anforderungen nicht gewachsen fühle. Schwäche zu zeigen ist bei vielen verpönt. Wer gibt schon gerne zu, auf Hilfe angewiesen zu sein. Paulus hat da viel mehr Selbstbewusstsein als ich, wenn er schreibt: Darum will ich vor allem auf meine Schwachheit stolz sein.

Doch dahinter steckt viel mehr als nur das schwach sein zuzugeben. Denn Paulus hat etwas Wichtiges erkannt und vor allem auch begriffen. Wann immer ich schwach bin, wenn ich zugeben muss, es geht nicht mehr, ich kann nicht mehr – genau in solchen Momenten darf ich im Glauben spüren, dass Jesus bei mir ist. Immer wenn ich nicht mehr weiter kann und ehrlich genug bin, mir das einzugestehen, darf ich beruhigt Jesus das Zepter überlassen.

In diesen Situationen habe ich schon ganz Erstaunliches erlebt. Zum Beispiel nach einem achttägigen, sehr schönen, aber auch sehr anstrengenden Konfirmandenlager. Am nächsten Tag hatte ich einen Sonntagsgottesdienst. Meine Kräfte und Energie waren auf einem Tiefpunkt. Für den Gottesdienst habe ich damals den heutigen Tagesvers gelesen. Und obwohl ich weiterhin körperlich vollkommen k.o. war, durfte ich erleben, wie Gott mich durchtrug und zu den Menschen gesprochen hat. Mit diesem Gedanken will ich heute durch den Tag gehen. Gott verspricht auch Ihnen: Meine Gnade ist alles, was du brauchst!



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