/ Wort zum Tag

Wunderbar gemacht

Christa Weik über 1. Mose 2,7.

Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

1. Mose 2,7

Während meines letzten Urlaubs in Jonsdorf besuchte ich den Oberlausitzer Bauerngarten. Eine Pflanze faszinierte mich besonders: die Nachtkerze. In der Abenddämmerung öffnete sich die Blüte, als bestimmte Voraussetzungen erfüllt waren. Innerhalb weniger Sekunden breiteten sich die sattgelben Blütenblätter weit aus. Ihrer lebendigen, kraftvollen Entfaltung zuzusehen, weckte in mir tiefe Freude über die Schöpferkraft unseres Gottes.

Dieses Erlebnis stand mir vor Augen, als ich den Bibeltext aus 1. Mose 2,7 las: Gott der HERR machte den Menschen aus Staub von der Erde und blies ihm den Odem des Lebens in seine Nase. Und so ward der Mensch ein lebendiges Wesen.

Lebendiges, kraftvolles Leben, das sich entfaltet – was meint diese Aussage im Blick auf uns Menschen? Was ist der Mensch, der doch vielmehr als eine Pflanze oder ein Tier ist?

Erstens: Der Mensch besteht aus Staub von der Erde. Nicht aus Ton wie das Arbeitsmaterial eines Töpfers, sondern aus loser, lockerer Erde. Dieser Begriff spiegelt die Hinfälligkeit und die Vergänglichkeit des Menschen wider.

Zweitens: Der Mensch wird von Gott, dem Herrn, geformt. Beide Namen - Gott und Herr – weisen sowohl auf den Schöpfer- als auch auf den Erlösergott hin. Der Gott, der die Welt durch sein Wort erschaffen hat, ist auch der Erlöser. Er wird den Menschen, der später an Gott schuldig wird und sich damit aus der Beziehung zu Gott löst, aus der zerstörerischen Macht der Sünde befreien.

Dieser Herr bringt den an sich wertlosen Staub in Form. Jemand drückte es so aus: Der Mensch ist geformter Dreck. Der Beter des Psalms 100 sagt: Erkennt, dass der Herr Gott ist. Er hat uns geschaffen und sein sind wir (nach V. 3).

Damit aus diesem geformten Staubwesen ein Mensch wird, ist ein Drittes erforderlich: Gott, der Herr, beschenkt ihn mit seinem göttlichen Lebensatem. Dieser Hauch, auch als Wind oder Geist bezeichnet, meint den Odem Gottes, der vorher über der Erde „brütete“, der Leben schuf und schafft. Er ist mehr als der Atem, der den Tieren und der Natur gegeben wurde. Der Hauch, den Gott dem Menschen einbläst, verleiht ihm göttliche Würde und durchdringt sein ganzes Sein. Der Mensch wird nicht in Leib, Seele und Geist getrennt, sondern Gott macht den Menschen in der Gesamtheit zu seinem Gegenüber, durch das Gottes Größe und Herrlichkeit sichtbar werden sollen. So wird der Mensch zu einer lebendigen Seele.

Was bedeutet das für Sie und mich heute?

Jeder Einzelne von uns ist ein Geschöpf Gottes, aus seiner Hand unter der Mitbeteiligung unserer Eltern hervorgegangen.
Wir sind uns unserer Vergänglichkeit bewusst. Unsere Würde als Mensch liegt darin, dass wir als Gottes Ebenbild seinen Lebensatem in uns tragen.

Gott hat uns mit Gaben und Fähigkeiten beschenkt, die wir zu seiner Ehre in bestimmten Aufgaben ausleben sollenDas geschieht, wenn wir an Jesus Christus, den Erlöser, glauben. Er will durch Gottes Geist in uns wohnen und unser Leben kraftvoll und bunt entfalten.

Ich bin weitaus mehr als die wunderschöne Nachtkerze. Ich hänge mir eine Notiz an den Badezimmerspiegel und bete täglich wie einst König David:

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele (Psalm 139,14).

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Kommentare

Von Schwester Christa Weik am .

Sehr verehrte Damen, vielen Dank für Ihre freundlichen Beiträge. Ich freue mich, dass unser Herr Jesus Christus Sie durch sein Wort ermutigt.
Vielen Dank, Frau von C., für den Hinweis auf Prediger 3. Im Hinblick auf unsere Hinfälligkeit und Vergänglichkeit befinden sich Mensch und Tier in EINER Situation. Bitte verstehen Sie meine Aussage – in der erforderlichen Kürze der Sendezeit - auf dem Hintergrund des Gesamttextes 1. Mose 1 und 2: „ … ein Bild, das uns gleich sei (auch: als unser Bild, mehr

Von Hella von C. am .

Liebe Schwester Christa Weik, danke für Ihr Wort zum Tag. Was den Odem , den Gott seinen Geschöpfen einhauchte gibt es laut Prediger 3, 16-22 keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.

Von Karin H. am .

Liebe Schwester Weik,
danken möchte ich Ihnen für Ihre sehr ansprechenden und lebensnahen Worte! Sie regen mich zum Nachdenken und Danken an.
Ein fröhliches GOTT befohlen!

Von Sabine K. am .

Liebe Schwester Christa,
danke für die wundervollen kraftvollen Worte. Gottes Segen für Sie.


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