/ Wort zum Tag

Nach Gottes Wort fragen, mit Gottes Wort leben

Siegfried Skubski über Nehemia 8,8.

Sie lasen aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, Abschnitt für Abschnitt und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde.

Nehemia 8,8

Der  Text aus Nehemia 8,8 ist für mich eine große Ermutigung: „Sie lasen aus dem Buch des Gesetzes Gottes, Abschnitt für Abschnitt, und erklärten es, sodass man verstand, was gelesen wurde.“

Hinter dem Volk Israel lag eine dramatische Zeit und auch Erfreuliches, so wie das Leben eben ist und auch wir es erfahren. Israel hatte die Mauern Jerusalems wieder aufgebaut. Diese Fertigstellung war für Israel eine wichtige Voraussetzung, um sicher leben zu können, denn sie waren von Feinden umgeben. Nach getaner Arbeit ist dann meist die Luft raus. So geht es mir wenigstens, wenn ich irgendeine Mammutaufgabe hinter mich gebracht habe, dann brauche ich einfach nur meine Ruhe.

Wenn irgendwelche Bauprojekte fertiggestellt sind, wird das Ganze meist mit einem Fest, mit einer Feier und geladenen Gästen besiegelt. Aber hier sehen wir etwas anderes. Das Volk Israel versammelt sich und ist sich zu hundert Prozent darin einig, dass nun der Priester Esra aus dem Gesetzbuch vorlesen soll. Sie wollen nicht nur ein Bauprojekt fertiggestellt haben und damit hat es sich. Vielmehr wollen sie wissen, was im Gesetzbuch steht. Heute würden wir sagen: wissen, was in der Bibel steht.

Nehemia beschreibt diese innere geistliche Haltung in Vers 3: „Und die Ohren des ganzen Volks waren dem Gesetzbuch zugekehrt.“ Oft ist es doch umgekehrt. Wir erledigen unsere Alltagsprojekte und haben kein Ohr für die Bibel. Wir wollen gar nicht wissen, was Gott für unser Leben bereithält. Wir nehmen uns nicht die Zeit, in der Bibel zu lesen. Oder  jemand predigt das Wort Gottes und manche Zuhörer sind gedanklich mit etwas ganz anderem beschäftigt, hören nicht richtig zu.

Aber dieses Zuhören ist eine wichtige Voraussetzung, um Gott und sein Wort überhaupt zu verstehen, um es umsetzen zu können im praktischen Leben. Deshalb hat Jesus, der Sohn Gottes Jahrhunderte später gesagt: „Wer Ohren hat zu hören, der höre.“ Damit ist diese innere Bereitschaft gemeint, diese Erwartung, dass Gott durch sein Wort zu mir redet. Zu mir ganz persönlich.

Damit sie ihn erst einmal akustisch verstehen können, stand Esra, der Priester, auf einer hölzernen Kanzel, also etwas höher. Es lag eine Spannung in der Luft. Denn in dem Augenblick, in dem Esra das Buch aufschlug, stand das Volk auf. Was für ein Respekt, was für eine Ehrfurcht vor Gottes Wort. Wie respektlos gehen wir manchmal mit der Bibel um.  Anstatt einfach mal innezuhalten, stille zu werden oder mit einem Gebet anzufangen, gehen wir oft an die Bibel heran wie an jedes andere Buch.

Bevor Esra überhaupt eine Silbe gelesen hatte, lobte er den Herrn. Wenn wir Gott loben, geben wir ihm die Ehre und den Vorrang in unserem Leben. Wir können auch Gottes Wort loben und rühmen.   

Als das Volk Israel im Wort Gottes unterwiesen wurde, wurdees traurig. Israel erkannten die Heiligkeit Gottes, es erkannteseine eigene Sünde. Esra lenkt den Blick des Volkes auf Gott: „Und seid nicht bekümmert, denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.“ Das ist wohl deshalb so, weil wir bei Gott zur Ruhe kommen, weil wir bei ihm Freude bekommen, die auf Vergebung beruht. Diese Vergebung erfahren wir heute bei Jesus, dem Sohn Gottes. 

Die Bibel ist viel mehr als jedes andere Buch. Das Wort Gottes ist Kraft und Leben. Wenn wir uns mit dem Wort Gottes auseinandersetzen, werden wir Gott begegnen. Werden wir erfahren, wie kraftvoll sein Wort an uns wirkt und uns verändert. Petrus sagte in Übereinstimmung mit den anderen Jüngern zu Jesus: „Herr, wohin sollen wir gehen? Du hast Worte des ewigen Lebens.“ Was in der Bibel steht, kann uns kein anderes Buch geben.

Vergessen wir bei den Projekten unseres Lebens nicht, die Bibel aufzuschlagen. und machen wie Israel die Erfahrung, dass die Freude am Herrn und an seinem Wort unsere Stärke ist.



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Kommentare

Von Sabine am .

Danke, Herr Skubski, dass bei Ihren Worten eine große Freude über die Bibel zu hören ist!!!! Das ermutigt mich.

Von Ilse K. am .

Sehr gut kommentiert ! Vielen Dank für die Erinnerung an das, was so wichtig ist im Alltag: Hinwendung zum lebendigen Wort und Herzliche Danksagung, daraus erwächst Kraft, Gottes Kraft in uns

Von Gerlinde am .

Danke Herr Skubiski für die wahren Worte. Am Anfang eines Jahres nimmt man sich einiges an guten Vorsätzen vor. Dazu gehört bei mir auch das Bibellesen.


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