/ Wort zum Tag

Eine Handbreite

Werner Schmückle über Psalm 39,6.

Bibelvers

Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach, wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben!

Psalm 39,6

Die Sehnsucht und Suche nach Sicherheit gehört zum Leben vieler Menschen.

Man versucht sich abzusichern und zahlt seinen Beitrag für die entsprechenden Versicherungen: Krankenversicherung, Pflegeversicherung, Rentenversicherung, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Hausratversicherung und so weiter.

Und natürlich auch ein entsprechendes Finanzpolster auf dem Bankkonto. Oft geht es nach dem Sprichwort: „Zwei Sicherungen nützen mehr als eine, und besser ist zwei als keine.“ Zu den Erfahrungen in der Corona-Krise gehört wohl auch die Erkenntnis, dass es letzte Sicherheit nicht gibt.
Wer mit der Bibel lebt, dem ist das längst bewusst.

Der Beter des 39. Psalms bittet Gott in der Krankheit und der Bedrängnis durch Feinde um diese Erkenntnis und spricht sie dann aus: Siehe, meine Tage sind eine Handbreit bei dir, und mein Leben ist wie nichts vor dir. Ach wie gar nichts sind alle Menschen, die doch so sicher leben! – heißt es in Psalm 39, Vers 6.

Nein, es ist nichts mit dem sicheren Leben in dieser Welt. Unser Leben ist wie eine Handbreite vor Gott. Die Handbreite, das sind vier Finger einer Hand ohne den Daumen. Die Handbreite gilt als das kleinste hebräische Längenmaß. Wie ein Nichts ist das Menschenleben, wie ein Hauch, der schnell verweht.
Und in Vers 7 heißt es dann: Wie ein Schatten, wie Bilder in einem Traum, die schnell verschwinden, geht der Mensch durchs Leben. Sein Tun und Treiben ist viel Lärm um Nichts, er sammelt Schätze für lachende Erben.

Im Psalm 103 ist diese Erkenntnis so ausgedrückt: Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde, wenn der Wind darüber weht, so ist sie nimmer da und ihre Stätte kennt sie nicht mehr.

Für manche Menschen ist diese Erkenntnis ein Grund zum Verzweifeln. Der 39. Psalm weist uns einen anderen Weg. Der Beter wirft sich Gott in die Arme: Nun Herr, wes soll ich mich trösten? Ich hoffe auf dich – heißt es in Vers 8.

Der Beter bittet darum, dass Gott ihm das Ziel seines Lebens zeigt. Im Psalm ist dieses Ziel noch nicht ausgesprochen, es wird erst deutlich vom Neuen Testament her. Es ist die Geborgenheit des ewigen Lebens bei Gott, die Jesus uns schenkt.

Ihr werdet euch freuen mit unaussprechlicher und herrlicher Freude, wenn ihr das Ziel unseres Glaubens erlangt, nämlich der Seelen Seligkeit – heißt es im 1.Petrusbrief. Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir  -sagt uns der Hebräerbrief.

Ein Christ aus der Schweiz hat einen ganz schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung durchlebt. Über WhatsApp hat er sich an die Freunde gewandt, die für ihn gebetet haben und ihnen geschrieben: „Bitte sorgt euch nicht! Ich kann euch versichern, dass es viel schöner bei Jesus ist als mit einem so aggressiven Virus zu kämpfen.“

Sich Gott in die Arme werfen, das ist der Weg, zu dem uns der Psalm anleitet. Franz von Assisi macht das in einem Gebet mit diesen Worten:
„O Herr, in deinem Arm bin ich sicher.
Wenn du mich hältst, habe ich nichts zu fürchten.
Ich weiß nichts von der Zukunft, aber ich vertraue auf dich.“

Quelle des Corona – Zitats: Arnold Denoth: Covid – 19 überlebt!, in: Augenblick mal Nr. 128; August 2020, S. 3-5



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