/ Wort zum Tag

Gott schenkt Freiheit und Leben

Sigrun Teßmer über Psalm 25,15.

Bibelvers

Meine Augen sehen stets auf den HERRN; denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Psalm 25,15

In unserer Nachbarschaft leben Waschbären. Einige wurden mit Lebendfallen gefangen und vom Jäger erschossen. Ganz schön aufregend für unsere Kinder, die die lebendigen Waschbären in der Falle noch gesehen hatten und dann die Schüsse hörten.

Fallen werden aufgestellt, um Tiere, die man nicht da haben möchte, zu fangen oder auch zu töten.

In Psalm 25,15 ist von einer Falle die Rede - hier ist es ein Netz. Der Vers heißt so: Meine Augen sehen stets auf den Herrn, denn er wird meinen Fuß aus dem Netze ziehen.

Der Psalmbeter kennt Fallen. Nicht nur solche für Tiere, sondern auch für ihn selbst. Er weiß: Es gibt da Menschen, die ihm Böses wollen. Oder die ihn loswerden wollen, wie einen Schädling im Garten. Der Beter benutzt dieses Bild der Falle, um das deutlich zum Ausdruck zu bringen. Es ist so, als ob er mit seinem Fuß darin hängenbleiben soll.

Was tut er nun in dieser Situation? Er vertraut auf den Herrn. Er ist mit seinen Augen beim Herrn. Warum wohl? Man könnte ja auch sagen: Meine Augen schauen auf den Boden, damit ich die Fallen gleich entdecke und nicht aus Versehen hineintrete. Es ist ja auch gar nicht so dumm, auf manchen Wiesen die Augen auf den Boden zu richten, damit man sieht, wo man nicht reintreten sollte.

Aber der Beter sagt: Er schaut auf den Herrn. Der Herr weiß ganz genau, wo die Fallen stehen. Und diese Fallen müssen ja auch nicht alle am Boden sein.

Das Netz ist ein Bild für die Falle im Allgemeinen. Der Fuß, der ins Netz tritt und darin hängen bleibt, heißt: Der Mensch ist gefangen worden, hat nicht mehr die Kontrolle. Andere können über ihn verfügen. Er hat sich verwickelt, verstrickt. Solche Fallen können ja auch mit Worten, mit Fangfragen ausgelegt werden.

Verschiedene Bibelstellen fallen mir dazu ein. Jesus wurden auch Fangfragen gestellt. Es gab Menschen, die verhindern wollten, dass viele Jesus nachfolgten. Und so wollten sie Jesus durch die Fangfragen einwickeln. Sie erhofften sich, dass er sich verstricken würde in Widersprüche. Dass er sich selbst unglaubwürdig machen würde. Jesus ist nicht in die Falle getappt.

Doch der Psalmbeter weiß: Er wird in die Falle tappen. Das lässt sich nicht verhindern. Und er braucht jemanden, der ihn da wieder herausholt. Der ganze Psalm, in dem unser Vers steht, ist durchdrungen von dem Wissen: Ich brauche Hilfe. Ich brauche Vergebung. Ich brauche Gott, der mich führt und der mir aus der Falle heraushilft.

Wenn ich an den Waschbären denke die Falle bedeutete für ihn: Tod. Hätte jemand die Falle geöffnet - er wäre blitzartig draußen gewesen. Da bin ich mir sicher. Freiheit und Leben, das zieht.

Genau das ist es auch, was Jesus geben möchte. Freiheit und Leben. Dafür hat er sich selbst gefangen nehmen und ans Kreuz schlagen lassen. Sein Tod ist unser Leben. Mit seinem Tod hat er uns frei gemacht von der Sünde. Wer an ihn glaubt, der darf aufatmen. Er darf aus der Falle herausspringen und weitergehen, mit den Augen auf den Herrn Jesus gerichtet.

Der Psalmbeter wusste noch nichts von Jesus. Er kannte Gott, den Schöpfer. Er kannte Gott, der mit seinem Volk einen Weg gegangen war. Gott, an den er sich persönlich wenden konnte. Es ist derselbe Herr, der gnädig ist und gerne vergibt, der befreit und der sich für das Leben einsetzt.

Was für ein guter Gott, der Freiheit und Leben schenkt!



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