/ Wort zum Tag

Danken tut gut

Jürgen Werth über 1. Thessalonicher 5,18.

Bibelvers

Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.

1. Thessalonicher 5,18

Ich bin viel unterwegs. Im Auto meist. Und allein. Ich genieße das. Keiner weit und breit, der etwas von mir will. Keiner weit und breit, von dem ich etwas will. Ich höre Musik, so laut ich mag. Ich mache eine Pause, wann immer mir danach ist. Ich singe und denke und, ja, ich danke.

Zuweilen zähle ich all das auf, was ich bin und habe. Ich zähle es für mich selber auf. Aber ich sage damit auch Danke.

Für das Auto, das mich sicher an mein Ziel bringt.

Für die Straße, die schlaglochfrei ist.

Für die korruptionsfreie Ordnung, auf die ich mich in diesem Land verlassen kann.

Für die abwechslungsreiche Landschaft, die ich genießen kann.

Für Sonne und Wolken und Wind und Regen.

Für den Wechsel der Jahreszeiten.

Für die Musik aus dem Radio.

Für die unzensierten Nachrichten und Kommentare.

Für die Klamotten, die ich trage, und dass ich heute wieder einmal die Qual der Wahl hatte.

Für das Frühstück, das mir gutgetan hat.

Für Mittag- und Abendessen, die auf mich warten.

Für das Haus, in dem ich wohnen darf.

Für die Menschen, mit denen ich mein Leben teile. Die mich lieben und zuweilen einfach aushalten.

Für die Aufgaben, die ich für andere erledigen  darf.

Für die Projekte, die gelungen sind.

Für die Menschen, für die ich arbeite. Auch für die unangenehmen.

Für die Lunge, mit der ich atme.

Dass ich sprechen kann. Hören. Sehen. Riechen. Fühlen. Und schreiben.

Für den Glauben. Und dass ich beten darf.

Für das Ziel dieser Fahrt. Und meines Lebens.

Dass es einen Gott gibt, der mich uneingeschränkt und in alle Ewigkeit liebt.

So wie es der Apostel Paulus sagt: Seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch. (1. Thessalonicher 5,18)

Manchmal bete ich. Und komme kaum an ein Ende. Weil jedes Dankeschön ein neues hervorlockt. Und ich komme entspannt und motiviert am Ziel meiner Reise an.

„Danken tut gut“ habe ich eines meiner - inzwischen vergriffenen - Bücher genannt. Weil ich’s glaube und immer wieder erlebe. Danken ändert die Blickrichtung. Und die Seelenlage. Lenkt Gedanken und Gefühle weg von dem, was nicht ist, hin zu dem, was ist. Danken ist ein kleiner Urlaub für die Seele. Weil’s zufrieden macht.

Danken tut gut. Mir. Und den Menschen, mit denen ich lebe und arbeite. Dankbare Menschen sind entspannter und entspannen ihre Umgebung. Sie können sich an den guten Arbeitsergebnissen anderer neidlos freuen. Sie können vorbehaltlos loben. Dankbare Menschen sind motiviert und motivieren andere.

Unser deutsches Wort Danken ist mit dem Wort Denken verwandt. Das germanische Wort „danc“ bedeutet ursprünglich: Ich denke, ich gedenke. Auch: Ich achte, ich beachte. Heißt: Wer dankt, hat nachgedacht. Wer dankt, lebt achtsam. Er verachtet nicht. Er achtet auf sich selbst, und er achtet sich selbst. Und er achtet auf die Menschen, mit denen er arbeitet, Vorgesetzte und Unterstellte, auf seine Kinder und auf seine Eltern, auf seine Nachbarn, und er achtet sie. Und er kann sich an vielem freuen, was andere achtlos übersehen und übergehen.

Danken ist sogar gesund.

Es war ein simples Experiment, das zwei amerikanische Forscher, Robert Emmons und Michael McCullough, 2003 durchgeführt haben: Sie teilten ihre Probanden in zwei Gruppen. Die einen ließen sie wöchentlich ein paar Minuten darüber nachsinnen, wofür sie in ihrem Leben dankbar sind. Die anderen sollten einfach an irgendetwas denken.

Das Ergebnis: Die Dankbaren entwickelten mehr Motivation und mehr Optimismus, selbst ihre Gesundheitswerte und die Immunabwehr verbesserten sich.

Ich sag‘s ja: Danken tut gut!



Ihr Kommentar

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Kommentare

Von Gertrud-Linde W. am .

schön, daß er endlich auch wieder Beiträge bringt im erf.

Von Bettina am .

Der Jürgen Werth ist einfach klasse . Ich war schon immer ein Fan von ihm.

Von Walter H. am .

Danke für mein Leben, für meine Gesundheit, für Gottes Wort das ich täglich neu entdecke

Von Hansgünther B. am .

Wir sind sehr dankbar, dass wir dich in Marbella kennen gelernt haben. Heute bin ich in meiner Mobilität sehr eingeschränkt. Um so dankbarer bin ich für 22.Jahre Dienst in der Deutschen Ev.-Gem. Roquetas de Mar.

Von Leo le sel am .

Dank für all die Wunder und die guten Gaben, die ich hier unten darf erfahren. Aber auch für Leid und Traurigkeit und Angst und Kampf und Schmerz, an dem mit Gottes Hilfe wachsen wird auch mein Herz und reifen wie die Frucht am Baum.
Manchmal ists ein böser Traum, manchmal ists ein FreudenJubeln, manchmal wird aus Sonnenschein Wüstenei und die tausend Regengüsse bringen alles was der Mensch so braucht ... aber vor allen Dingen, Deine Liebe - danke.

Von Ruth H. am .

Danke!!! Das ist für den heutigen Start in den Tag genau das Richtige. Danke!


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