/ Wort zum Tag

Gott bereitet vor, was ich tun darf

Hartmut Giessler über Epheser 2,10.

Bibelvers

Wir sind sein Werk, geschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, dass wir darin wandeln sollen.

Epheser 2,10

Paulus schreibt im Brief an die Epheser Kapitel 2, 10: „Denn was wir sind, ist Gottes Werk; er hat uns durch Jesus Christus dazu geschaffen, das zu tun, was gut und richtig ist. Gott hat alles, was wir tun sollen, vorbereitet; an uns ist es nun, das Vorbereitete auszuführen.“ (NGÜ)

Wir sind Gottes Werk. Jeder Mensch ist Gottes Werk, Gottes Schöpfungswerk.

Aber hier meint Paulus noch etwas anderes. Jeder Mensch, der an Jesus Christus glaubt, der bereit ist, sich ihm mit Leib und Leben anzuvertrauen, also jeder, der Jesus nachfolgen will, der ist nach Paulus ein neues geschaffenes Werk Gottes. Warum?

Gott gibt seinen Heiligen Geist in unser Leben und schafft damit etwas ganz Neues. Im Johannesevangelium, Kap.3, heißt es „von oben her neu gezeugt“. Paulus spricht von einer neuen Schöpfung, wiedergeboren durch den Heiligen Geist.

Gott macht uns zu neuen Menschen mit neuen Eigenschaften. Er setzt uns frei von Selbstzweifeln, von schlechten Gewohnheiten gegenüber anderen Menschen. Er erfüllt uns mit Liebe zu Gott, neuer Liebe zu den Menschen und uns selbst.

Das gilt, das steht fest. Weil Gott das versprochen hat und tut. Paulus sagt sogar: Damit haben wir schon jetzt einen Platz im Himmel.

Und Paulus betont sehr deutlich, was Gott da gemacht hat, ist Geschenk. Kein Mensch kann sich das verdienen. Kein noch so gutes Werk kann das bewirken, nur wer an Jesus glaubt, wird mit diesem neuen Leben beschenkt.

Und jetzt kommt der besondere, originelle Gedanke des Paulus. Ich muss gestehen, dass ich das bisher nicht gesehen habe. Die Werke, die wir in unserem Neuen Leben mit Jesus tun, sind nicht Werke, die wir tun, sondern die Gott vorbereitet hat und die Er durch uns tut. Er schafft Situationen und Umstände, in denen ich mich als Nachfolger Jesu beweisen kann.

Ich muss gar nicht danach suchen, wo ich was Gutes tun kann, Gott schafft Gelegenheit. Es ist alles vorbereitet.

Der Reformator Martin Luther sagte dazu: „Wozu ein jeglich Ding geschaffen ist, das tuts ohne Gesetz und Zwang. Die Sonne scheint von Natur ungeheißen; der Birnbaum trägt von sich selbst ungenötigt.“ Soweit Martin Luther.

Das trifft die Aussage. Ich brauche einem Nachfolger Jesu nicht zu sagen, dass er gute Werke zu tun hat, er tut es, weil er ein neu geschaffenes Werk Gottes ist, ein guter Baum, der gute Früchte trägt.

Paulus macht deutlich: Die guten Werke sind nicht Voraussetzung für das Heil, nicht Bedingung für den Glauben, sondern Folge, ja, Frucht der Neuschöpfung.

Das ist für mich ein großartiger Gedanke. Das ist für mein christliches Leben wohltuend, befreiend. Ich muss nicht krampfhaft versuchen, irgendetwas Gutes zu tun. Ich kann einfach in den Alltag hinein - gespannt darauf, was Gott vorbereitet hat. Ich bin herausgefordert, in seiner Liebe zu leben. Ich kann fröhlich den Weg der Liebe suchen, denn Gott hat es vorbereitet und wird es segnen.



Kommentare

Von Silke S. am .

vielen Dank, lieber Hartmut Giessler,
dieser Vers war mir 1990-1992 sehr wichtig, als ich bei der Deutschen Luft- und Raumfahrt in Stuttgart mich mit der Entwicklung eines Sensors zur Online-Qualitätsüberwachung bei der Lasermaterialbearbeitung beschäftigt.
Ich sollte meine Überlegungen zur Doktorarbeit damals Prof. Helmut Hügel vom IFSW, Prof. Dr. Hans Tiziani und Dr. Opower präsentieren und war entsprechend aufgeregt. Ich hatte nie besonders viel von mir und meinen Physikkenntnissen mehr


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