/ Wort zum Tag

Unvergleichliche Wunder

Jürgen Neidhart über Daniel 3,33.

Bibelvers

Wie groß sind Gottes Zeichen und wie mächtig seine Wunder! Sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.

Daniel 3,33

Ich möchte Ihnen heute von drei jüdischen Männern aus dem 6. Jahrhundert vor Christus erzählen. Sie standen im königlichen Dienst, obwohl sie Kriegsgefangene im babylonischen Exil waren. Plötzlich wurden sie vor eine schwierige Entscheidung gestellt. Doch beginnen wir von vorne:

Der mächtigste Mann seiner Zeit, der babylonische Großkönig Nebukadnezar, lädt alle hohen Beamten seines Reichs zu einem Staatsakt ein. Er will sein Reich einen und seine Herrschaft festigen. Dazu lässt er ein 30 Meter hohes goldenes Standbild seines Hauptgottes Marduk aufstellen. Nun sollen auf Kommando alle Beamten niederfallen und das goldene Standbild anbeten, begleitet von einem antiken Symphonieorchester.

Mit diesem Ritual würden sie die Treue zu ihrem König zeigen. Ungehorsame würden jedoch in einem Ofen verbrannt werden. Und alle fallen nieder und beten das Bild an.

Ein totaler Staatskult findet statt. Nebukadnezar erreicht, was er erreichen wollte.

Doch nicht ganz! Denn drei Beamte machen als gläubige Juden an diesem verlangten Götzen- und Bilderdienst nicht mit: Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Einige Intriganten nutzen die Situation sogleich aus, um diese drei Freunde beim König anzuklagen, wie wir im Buch Daniel, Kapitel 3 lesen: Diese Männer verachten dich, o König! Sie ehren deinen Gott nicht und beten das goldene Bild nicht an, das du hast aufrichten lassen.“ (Dan 3,12)

Nebukadnezar wird stinksauer und beordert die drei Rebellen zu sich: „Stimmt das, dass ihr drei vorsätzlich meinen Befehl missachtet habt? Ich gebe euch noch eine letzte Chance. Das Orchester spielt noch einmal für euch. Fallt vor meinem Gott nieder und rettet so euer Leben. Lasst sehen, wer der Gott ist, der euch aus meiner Hand retten könnte!“ (Dan 3,14.15)

Tollkühn antworten ihm die drei Freunde: Wir haben es nicht nötig, dir etwas darauf zu antworten. Wenn unser Gott, den wir verehren, will, kann er uns erretten – aus dem Ofen und aus deiner Hand, König. Tut er es aber nicht, so sollst du wissen: Auch dann verehren wir deinen Gott und sein goldenes Standbild nicht!“ (Dan 3,16-18)

Was für mutige Worte angesichts dieser lebensbedrohlichen Situation!

Die drei Freunde bleiben ihrem Gott treu, koste es, was es wolle. Sie sind nicht bereit, ihren Glauben zu verraten. Mir stellt sich da die Frage: Will auch ich allein Gott gefallen, ganz egal, welche Konsequenzen das mit sich bringen wird?

Die Geschichte aus dem Buch Daniel endet spektakulär: Die drei Freunde werden, wie angedroht, in einen tausend Grad heißen Holzkohlenofen geworfen. Doch da erschrickt der König plötzlich, denn er sieht sie unversehrt im Feuer umhergehen. Bei ihnen ist ein vierter Mann, der wie ein Engel aussieht. Sofort lässt der König die drei Männer herausholen. Sie haben keinerlei Brandspuren an sich und riechen nicht einmal nach Feuer.

Unter dem Eindruck des erfahrenen Wunders lobt Nebukadnezar jetzt den lebendigen Gott Israels: „Es gibt keinen anderen Gott, der so erretten kann“. (Dan 3,29)

Sofort schreibt er einen Brief an die Menschen aller Nationen, Völker und Sprachen auf der ganzen Erde: Mit diesem Schreiben möchte ich überall bekannt machen, was für große Wunder der höchste Gott an mir getan hat. Seine Taten sind staunenerregend, seine Wunder unvergleichlich. Sein Reich bleibt für immer bestehen, seine Herrschaft nimmt kein Ende.“ (Dan 3,31-33 GNB)

Gottes „Taten sind staunenerregend, seine Wunder unvergleichlich“. Das ist bis heute so geblieben. Gott hat das letzte Wort. Er regiert und herrscht bis in alle Ewigkeit. Ganz gleich, was uns bedroht und erschrecken möchte. Jesus hat auch unser Leben fest in seiner Hand. Darauf vertraue ich am heutigen Tag.


Kommentare

Von Hedy am .

Danke fuer die wunderbare Auslegung.

Von Le du sel am .

Wenn wir zu sehr auf die großen Wunder hoffen/warten, dann übersehen wir die kleinen winzigen, die uns jeden Tag wie Ameisen über den Weg laufen


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