/ Wort zum Tag

Licht aus der Höhe

Wolf-Dieter Kretschmer über Lukas 1,78-79.

Bibelvers

Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.

Lukas 1,78-79

Viele Monate hatte er unfreiwillig schweigen müssen. Der Priester Zacharias hatte im fortgeschrittenen Alter etwas Besonderes erlebt und das hatte ihm buchstäblich die Sprache verschlagen. Ein Engel war ihm beim Tempeldienst erschienen und hatte ihm eine unglaubliche Botschaft mitgeteilt. Er und seine Frau Elisabeth würden Eltern werden, hatte ihm der Engel gesagt. Nicht nur das. „Gott wird ihm eine große Aufgabe übertragen“, hatte der Engel über ihren künftigen Sohn prophezeit.

Mit diesen Worten im Ohr war Zacharias nach Hause zurückgekehrt. Ich kann mir vorstellen, dass Zacharias ziemlich verwirrt gewesen war. Ihm war ein Bote Gottes erschienen. Gabriel, so hatte sich der Engel mit Namen vorgestellt, hatte ihm etwas verkündet, was nach menschlichem Ermessen unmöglich war. Der Kern der Botschaft war folgender gewesen: Dein Sohn wird den Retter Israels ankündigen, den Messias, wie man ihn damals nannte.

Weil er, Zacharias, das alles nicht hatte glauben können, war ihm von Gabriel eine Zeit des Schweigens auferlegt worden. – Stellen Sie sich das einmal vor: Sie haben Großes erlebt, könnten schier platzen vor Mitteilungsbedürfnis und bekommen kein Wort heraus.

Monate zogen ins Land. Elisabeth wurde tatsächlich schwanger. Schließlich wurde Johannes geboren und für Zacharias endete die Schweigezeit.

Zu den allerersten Worten, die Zacharias zu sagen hatte, gehörten folgende. Lukas zitiert sie in dem nach ihm benannten Evangelium:

„Durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes wird uns besuchen das aufgehende Licht aus der Höhe, auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens“, Lukas 1, 78-79.

Zacharias spricht nicht über seinen Sohn Johannes. Sein Blick richtet sich auf den, dem Johannes den Weg bereiten soll. Die Rede ist von dem „aufgehenden Licht aus der Höhe“, das bald erscheinen wird.

Es sind prophetische Worte, die sich bald erfüllen sollen. Ein halbes Jahr später kommt Jesus in die Welt. Das „aufgehende Licht aus der Höhe“, wie Zacharias es vorhergesagt hat, ist mit einem Mal da. Gott hat ein neues Kapitel in seiner Beziehung zu den Menschen aufgeschlagen.

Soweit zu den Ereignissen um die Ankündigung und Geburt von Johannes. Interessant finde ich, dass die prophetischen Worte des Priesters Zacharias immer noch nachklingen. Bis heute trifft zu, was Zacharias seinerzeit vorhergesagt hatte: Wenn Jesus Christus Menschen begegnet, kommt das Licht der Welt zu den Menschen und wenn er sie in seine Nachfolge ruft, wird das Leben der Angesprochenen hell.

So habe ich es erlebt und Sie vielleicht auch. Ich gehe so weit, dass ich mit Zacharias sage: „Die herzliche Barmherzigkeit Gottes“ hat mich besucht. Sie hat meine Dunkelheit erhellt und meine „Füße auf den Weg des Friedens“ gestellt.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie heute die herzliche Barmherzigkeit Gottes erleben. Möge das „aufgehende Licht aus der Höhe“, Jesus Christus, Ihr Leben heute erhellen und er Ihnen Frieden schenken, so, wie es Zacharias vorhergesagt hat.


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