/ Wort zum Tag

Kleine Entdeckungsreise?

Jörg Dechert über Offenbarung 21,6.

Bibelvers

Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Offenbarung 21,6

Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fließt.

Dieser Satz klingt fast ein bisschen nach Werbung für ein Mineralwasser. Wenn ich mich aber näher mit diesem Satz beschäftige, führt er in eine Entdeckungsreise zu Grundfragen unseres Lebens. Und er zeigt ein Bild der Zukunft, die eines Tages Wirklichkeit sein wird. Folgen Sie mir also auf eine kleine Entdeckungsreise?

Unsere kleine Reise beginnt ganz hinten in der Bibel, am Ende des letzten Buches des Neuen Testaments. In der Offenbarung des Johannes, Kapitel 21. Dort schildert der Autor Johannes in visionären Bildern, wie Gott unsere Welt neu macht. Wie er das menschliche Leben neu macht: Tränen, Tod, Leid, Schmerzen und Angst werden der Vergangenheit angehören! All das, was seit Menschengedenken das Leben eingeschränkt, bedroht, zerstört hat – es ist Vergangenheit!

Und dann kommt dieser Satz mit dem Wasser: ein Versprechen Gottes, das in der neuen Welt und für das neue Leben gilt. Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fließt.

Ich glaube, nur wer in einer Wüstenkultur zu Hause ist, kann nachempfinden, wie lebenswichtig Wasser wirklich ist. Wie es ist, wenn Durst der Normalzustand ist. Wie es ist, wenn man als Zeichen der Gastfreundschaft Wasser gereicht bekommt. Deshalb ist es keine Kleinigkeit, wenn Gott verspricht: Wer Durst hat, dem werde ich geben… Das bedeutet: Ich, Gott, bin die selbstverständliche, unbegrenzte Antwort auf eure Lebensbedürfnisse! Ich heiße euch jederzeit willkommen!.

Und dann redet Gott über den Preis des Wassers: Wer Durst hat, dem werde ich umsonst geben…  Wenn Wasser knapp wird, wird es zum Privileg. Ich habe einmal in einem Stammesgebiet in Nordkenia erlebt, wie die Wohlhabenderen ihren Zugang zur Wasserleitung mit den Ärmeren teilten, die sich einen eigenen Wasseranschluss nicht leisten konnten. So ist Gott: Er teilt das Privileg des neuen Lebens mit allen. Es hat keinen Preis, den ich zahlen muss und keinen, den ich zahlen könnte.

Und dann ist es nicht irgendein Wasser, das Gott mit seinen Menschen teilt, sondern Wasser, das aus der Quelle des Lebens fließt. Was bedeutet das?

Im Vorderen Orient wechseln sich Regen und Dürre im Halbjahresrhythmus ab. Wasser wurde in der Regenzeit meistens in Zisternen gesammelt, um in der Trockenzeit wenigstens abgestandenes Wasser zu haben. Nur wer eine Quelle fand, hatte Zugriff auf frisches  Trinkwasser.

Und so wie Wasser eine Quelle hat – vorzugsweise eine frische, keine abgestandene – hat auch das neue Leben selbst eine Quelle. Vorzugsweise eine frische, keine abgestandene.  Und Gott bietet sich an, für seine Menschen diese Quelle zu sein. Keine abgestandene, sondern eine frisch sprudelnde Quelle.

Das ist Gottes Versprechen in der Zukunft: Wer Durst hat, dem werde ich umsonst von dem Wasser zu trinken geben, das aus der Quelle des Lebens fließt.

Und diese Zukunft Gottes beginnt schon jetzt und hier. Sagt Jesus. Er hat mit seinen Freunden oft über dieses neue Leben gesprochen und über Gottes neue Welt. Und er hat dabei immer betont: Dieses neue, ewige Leben, dieses neue Reich Gottes – es beginnt nicht irgendwann. Es hat bereits begonnen, hier und jetzt!

Deshalb bin ich sicher: Wer sich nach diesem neuen Leben sehnt, ist bei Jesus an der richtigen Adresse. Den wird Jesus auf einer geistlichen Entdeckungsreise hinführen zur Quelle des Lebens. Schritt für Schritt. Tag für Tag. Gebet für Gebet.


Kommentare

Von Pfr.i.R. Dietrich T. am .

Lieber Bruder Dr. Dechert. Danke für die heutige Andacht. Gerade dieser Text und Offb.22,17 vergleiche ich immer wieder, weil ich im Jahre 1973 letzteren Text erstmalig auditionär hören durfte. In ganz besonderen Situationen im Leben kann man auch so etwas erleben, was man auch nach Jahrzehnten nicht vergessen kann. Ihre Andacht hat mich sehr angesprochen und ich wurde sogleich an Offb.22,17 erinnert und durch beide Texte ermutigt. Danke! Ihnen einen frohen, gesegneten Tag.


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