/ Wort zum Tag

„Du kannst neu beginnen!“

Hans-Martin Stäbler über Lukas 19,10.

Bibelvers

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Lukas 19,10

Heute nehme ich Sie - in Gedanken – mit in eine wunderschöne, orientalische Stadt im syro-afrikanischen Graben in der Nähe des Toten Meeres in Israel. Manche sagen, diese Stadt ist die älteste befestigte Stadt der Welt. Sie liegt ca. 250 Meter unter dem Meeresspiegel und ist eine bedeutende Siedlung mitten in der Wüste. In der Bibel hat sie eine große Bedeutung. Möglicherweise ahnen sie längst: Es geht um die Palmenstadt Jericho mit ihren herrlichen Früchten, Palmbäumen und Wasser in der Wüste. Dies ist ein Ort zum Rasten und zum Genießen. Dies war schon in der Zeit der Bibel so. Handelskarawanen machten Rast und fromme Pilger auf dem Weg nach Jerusalem besuchten diesen bedeutenden Ort.

So zieht auch Jesus mit seinen Jüngern und anderen Freunden, die mit ihm unterwegs waren, durch Jericho. Er ist auf seinem letzten Weg zur Passion in Jerusalem,  und hier in Jericho zeigt er noch einmal ganz konkret seinen Auftrag, seine Mission von Gott. Und zwar sagt Jesus im Lukasevangelium Kapitel 19, Vers 10:

Der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.

Jesus spricht mit dem alttestamentlichen Titel „Menschensohn“ von sich selbst.

Dieser Satz hat eine spannende Vorgeschichte:

Auf der Hauptstraße in Jericho begegnet Jesus einem verlorenen Menschen. Er heißt Zachäus und gehört als Zollchef zur Oberschicht der Stadt. Es wird extra beschrieben, dass er sehr reich war. Reich und trotzdem ein sehr verlorener Mensch. Wie passt das zusammen? Er war in der jüdischen Gemeinde abgestempelt, weil er mit der verhassten römischen Besatzungsmacht zusammenarbeitete. Korruption gehörte zu seinem Alltagsgeschäft. Nein, gute Freunde hatte er nicht. Aber in ihm bohrte eine tiefe Sehnsucht nach echtem Leben und nach Glück.

Zachäus könnte heute in unserer modernen Wohlstandswelt leben. Reich, aber einsam. Was mir an diesem Zollchef gefällt: Er will Jesus kennenlernen. Zwar noch auf Distanz, aber voller Interesse. Als Jesus dann durch Jericho zieht, bleibt er unter dem Baumversteck des Zachäus stehen. Er ruft den Zöllner bei seinem Namen, d.h. er meint ihn persönlich und nimmt ihn wirklich ernst. Später im Wüstenbungalow des Zollchefs ist Jesus beim Freudenfest dabei. Jesus gibt diesem abgestempelten Mann eine ganz neue Chance zum Glück.

Diese Erfahrung in Jericho ist bis heute aktuell. Wir erleben keine abgestandene alte Story. Jesus, der auferstandene Herr, will jedem von uns heute persönlich begegnen. Es gilt seine Zusage: Du kannst neu beginnen! Ich will dir deine Schuld vergeben!

So sucht uns Jesus in unserem Versteck. Er kennt doch die Wünsche nach echtem Leben - einem Leben, das gelingt. Er will, dass Freude in unseren Alltag hineinkommt. Deshalb ruft er uns heute ganz persönlich mit unserem Namen.

Keiner muss verloren gehen, weil Jesus uns aus den Dunkelheiten und dem Frust des Lebens herausruft. Er will Sie jetzt – liebe Hörerinnen, liebe Hörer - neu segnen.



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Kommentare

Von Hedy am .

Danke fuer die wunderbare Auslegung. Die Geschichte von Zachaeus ist sehr aktuell . Jaaaa, ganz aus dem jetzigen Leben!

Von Marion Th. am .

Danke.


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