/ Wort zum Tag

Der heimliche Herr der Welt

Hartmut Völkner über Hebräer 2,15.

Irgendwann im Leben begegnet jeder Mensch einmal dem Tod. Das ist dann nicht irgendein fremder Tod, der mich nichts angeht, sondern das wird mein Tod. Auf vielfache Weise nähert er sich, durch Verlusterfahrungen jeder Art, durch das Sterben anderer, durch eigene Krankheiten und Begrenzungen oder irgendwie. Plötzlich erschrecke ich und merke: Mein Leben ist begrenzt und dagegen kann ich nichts machen.

Gegen den Tod ist kein Kraut gewachsen. Gegen ihn hilft kein Trick und kein Verhandeln, kein Betteln, keine Weisheit, kein Geld, kein Verstecken und kein Leugnen.

Egal, er kommt zu jedem. Zu Königen und zu Bettlern, zu Gläubigen und Ungläubigen, zu Frauen, Männern, Kindern und Greisen. Es gibt keine Möglichkeit, sich selbst und den eigenen Tod zu überleben. Wir ahnen und wissen, dass er irgendwann alles zerstört.

Im Brief an die Hebräer steht im Kapitel 2 Vers 15 „Jesus erlöste die, die durch Furcht vor dem Tod im ganzen Leben Knechte sein mussten.“

Hier wird gesagt, dass der Tod doch nicht der heimliche Sieger und Herr der Welt ist.

Er hat sich damals auf Golgatha mit dem wirklichen Herrn der Welt angelegt, mit dem Sohn Gottes. Der Sieger über den Tod trägt den Namen Jesus Christus. Er ist am Anfang unserer Zeitrechnung geboren, wurde unter Pontius Pilatus gekreuzigt und ist am dritten Tage auferstanden. Er ist Herr über Zeit und Ewigkeit. So bekennen Christen es im Glaubensbekenntnis.

Damit gibt es ein Tor zum Leben mit der Aussicht auf die herrliche Freiheit der Kinder Gottes.

Der Tod kann Christen nicht mehr zu seinen Sklaven machen. Sklaven sind Menschen, die im Besitz eines Herren sind und damit sein Eigentum.

Wer Jesus Christus freiwillig zu seinem Herrn macht, ist aus dem Sklaventum des Todes freigekauft. Der Tod ist nicht mehr sein Herr. Der heimliche Herr der Welt ist nicht mehr der Herr über die, die Jesus Christus befreit hat. Jesus schenkt Leben, ewiges Leben durch den Tod hindurch.

Die Angst bleibt, aber der Sieg ist schon errungen.

Von einem Mönch wird folgende Geschichte erzählt. Er verkündigte, dass Gott der letzte Herr der Welt sei und nicht der König, der das beanspruchte.

Der König machte ihm den Prozess und drohte. „Ich lasse dich in Ketten legen“. „Auch dann bin ich frei in Christus“, antwortete der Mönch. - „Ich werfe dich in einen finsteren Kerker“. -„Auch dort regiert Gott“, antwortete der Mönch. - „Dann lasse ich dich töten“, sprach der König. - „Dann bin ich endlich bei dem, der mich erlöst hat“, war die Antwort des Mönchs.

„Wenn ich dich nicht binden, einsperren und töten kann, dann lasse ich dich frei“, sprach der König und beendete den Prozess.

Aus Knechten des Todes werden freie Kinder Gottes.

 


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